27.11.2015 | Veranstaltung in Nürnberg | Der Staatsanteil am NSU

Der Staatsanteil am NSU

Veranstaltung in Nürnberg am 27.11.2015 |

Nachbarschaftshaus Gostenhof | Adam-Klein-Str.6 | 20 Uhr

VA-Nürnberg-11-2015

13 Jahre kann die Polizei die untergetauchten Nazis Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe nicht finden, obwohl es in ihrem Umfeld von V-Leuten der verschiedenen Geheimdienste wimmelt. Bereits im Jahr 2002 – 4 Morde an Ausländern waren bereits ausgeführt – steht in der Nazi-Postille „Der Weiße Wolf“ die erste bekannte Erwähnung des „NSU“ in der Öffentlichkeit: „Vielen Dank an den NSU. Es hat Früchte getragen.“ Die Zeitung wurde von Thomas Richter, alias „Corelli“, V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutz herausgegeben. Auch findet sich „Corelli“ gleich mit zwei Telefonnummern auf der sog. „Garagenliste“ von Uwe Mundlos. Diese Telefonliste wurde bei der Durchsuchung einer von Beate Zschäpe angemieteten Garage in Jena gefunden. Sie verschwand daraufhin 14 Jahre lang in der Asservatenkammer. Nach ihrem Abtauchen 1998 kamen die späteren NSU-Mitglieder mehrere Wochen bei „Corelli“ unter. Doch bevor er zu seiner Rolle in den Geheimdiensten bzw. deren Verstrickungen mit dem NSU befragt wurde, verstarb der V-Mann im Alter von 36 Jahren an einer vermeintlich nicht erkannten Diabetes-Erkrankung. Ein anderer „Verfassungsschützer“, Andreas Temme (Spitzname Klein Adolf), ist beim Mord an Halit Yozgat in einem Kasseler Internetcafe anwesend. Er leugnet seine Anwesenheit. Sie wird ihm nachgewiesen. Er gibt sie zu – will aber nichts gesehen haben. Und das, obwohl er beim Verlassen des Cafes Geld auf den blutverschmierten Schreibtisch legt, hinter dem der im Sterben liegende Mann liegt. Doch trotz oder wegen der Infiltration des NSU durch die Geheimdienste wird in allen neun Mordfällen an ausländischen Bürgern – drei davon in Nürnberg – gegen die Familien der Opfer wegen Ausländerkriminalität ermittelt. Rechtsextreme Mordmotive werden systematisch ausgeschlossen. Nach der Selbstenttarnung des NSU im November 2011 laufen die Schredder in den Verfassungsschutzämtern an. Diejenigen Behörden, die 13 Jahre lang nichts über Neonazi-Hintergründe gewusst haben wollen, wissen nun aber angeblich sofort, dass der NSU exakt aus drei Personen bestand und mit dem Tod Böhnhardts und Mundlos‘ nicht mehr existiert. Und das, obwohl sich der NSU selbst in seiner Bekenner-DVD als „Netzwerk“ bezeichnet. Wo also beginnt der NSU? Wo hört der Staat auf? Der Referent hat ausführlich recherchiert und kann plausibel darlegen, dass das Gerede von angeblichen Pannen oder „Behördenwirrwarr“ einem Fakten-Check nicht standhält.
VeranstalterInnen: Antifaschistisches Aktionsbündnis

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