Die Springer … stiefel der BILD-Zeitung

Die Springer … stiefel der BILD-Zeitung

Seit einer Woche ruft die BILD-Zeitung zur Jagd auf ›Sozialschmarotzer‹ auf.

Dass damit nicht Menschen gemeint sind, die auf Kosten der Gemeinschaft ein prachtvolles verschwenderisches Leben führen (Unternehmensbosse, Millionäre, Eliten, ihre Schmiergeldabteilungen, bis hin zu deren partei-politischen Empfängern mit ihren »jüdischen Vermächtnissen« und ›schwarzen Kassen‹) wird schnell klar: Die Jagd gilt wieder einmal denen, die nicht viel haben und immer noch viel zu viel haben … an Mitleid, an Aufmerksamkeit, an Hartz IV-Almosen, an Ansprüchen.

Kaum ein Tag vergeht, an dem BILD nicht wieder einen ›Hartz IV-Betrüger‹ entlarvt, sich und seine Leser suggestiv fragen lässt: »Wozu arbeiten? Hartz IV reicht doch!« (BILD.de), um dann alle Mühseligen und Beladenen gänzlich um den Verstand bringt:

»Wer arbeitet ist der Dumme«.

Vorläufiger Höhepunkt dieser Kampagne ist ein nur mühsam kaschierter Aufruf, die Armen endlich verhungern zu lassen: »132 Euro Hartz IV im Monat reichen!« BILD vom 6.9.2008

Diese feigen und widerlichen Kampagnen sind bei der BILD-Zeitung nicht neu – sie haben Tradition und Kontinuität: In den 60/70er Jahren gipfelte diese intellektuelle Lynchjustiz im Aufruf, den ›Staatsfeind Nummer 1‹, Rudi Dutschke zur Strecke zu bringen. Nicht wenige, die das damals miterlebt hatten, konnten dabei zusehen, wie BILD die Waffe des Attentäters geladen hatte, der Rudi Dutschke lebensgefährlich verletzte.

Eine perfekte Auftragsarbeit: Ziel und Munition wurden geliefert, abgedrückt hat definitiv ein anderer, eine dumme, arme Sau.

Man mag sich an diese Art von medialer Lynchjustiz mittlerweile gewöhnt haben.

Was diese Kampagne von der Kampagne gegen ›Kommunisten und andere Staatsfeinde‹ der 70er Jahre unterscheidet ist eines: Damals traf es zumindest den politischen Gegner, der zwar bei Weitem nicht die Mittel des BILD-Konzerns hatte, sich immerhin zur Wehr setzen konnte …. mit einer ›BILD lügt‹ Kampagne antwortete , die recht wirkungsvoll die denunziatorischen Methoden und das System der Lügen des BILD-Konzerns thematisierte, bis hin zu Versuchen, die Auslieferung dieser Zeitung zu verhindern.

Das Widerliche und besonders Widerwärtige an der BILD-Kampagne heute ist, dass sie gegen Menschen gerichtet ist, die nicht nur – im wahrsten Sinne des Wortes – mittellos, sondern so gut wie wehrlos sind. Sie haben  keine (politische) Stimme, sie sind nicht organisiert. Es ist also nicht der politische Gegner, den die BILD-Zeitung treffen und schlagen will. Es ist die perverse politische Lust, auf Wehrlose einzutreten – scheinbar völlig gefahrlos…

Denn sie treten schon lange auf am Boden Liegende ein … gemeinsam, wie die Kampagne 2003 und die Creation des „Florida-Rolfs“ belegen….

Was für die BILD-Zeitung die ›Sozialschmarotzer‹ sind, sind für die Neonazis die ›Assis‹.

Was für Neonazis ihre Springerstiefel sind, sind für die BILD-Zeitung ihre Schlagzeilen.

Ein lebendes Beispiel dafür, wie neofaschistische Programmatiken und der Extremismus der Mitte Hand in Hand arbeiten.

Wolf Wetzel

P.S. Das Bild von Peter Hartz, ehemaliger VW-Arbeitsdirektor, stammt von „Hartz IV-EmpfängerInnen“, siehe auch die Webseite der Überflüssigen

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2 Antworten to “Die Springer … stiefel der BILD-Zeitung”

  1. Hartz-IV LUXUS « Osapaso Says:

    […] Hartz-IV LUXUS YouTube Videolink: http://www.youtube.com/watch?v=RvWIu5pHGB0 Hartz-4-Luxus Mal wieder findet in den Medien (z.B. BILD) eine Jagd auf “Sozialschmarotzer” statt. “Dass damit nicht Menschen gemeint sind, die auf Kosten der Gemeinschaft ein prachtvolles verschwenderisches Leben führen (Unternehmensbosse, Millionäre, Eliten, ihre Schmiergeldabteilungen, bis hin zu deren partei-politischen Empfängern mit ihren »jüdischen Vermächtnissen« und ›schwarzen Kassen‹) wird schnell klar: Die Jagd gilt wieder einmal denen, die nicht viel haben und immer noch viel zu viel haben … an Mitleid, an Aufmerksamkeit, an Hartz IV-Almosen, an Ansprüchen.” (Wolf Wetzel: Die Springerstiefel der BILD-Zeitung) […]


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