Thomas Moser | Wie finanzierte sich die Terrorgruppe des NSU?

Wie finanzierte sich die Terrorgruppe des NSU?
Die Raubüberfälle, vergessene Opfer und das Wissen des Verfassungsschutzes

18. Dezember 1998, gegen 18 Uhr, ein Edeka-Markt am Rand von Chemnitz: Die Hauptkassiererin hat eben die Tagesseinnahmen eingesammelt, als ein Mann schreit: „Dies ist ein Überfall!“ Zwei Maskierte stehen in dem Markt. Einer bedroht die Kassiererin mit einer Pistole. Sie gibt ihm das Geld, etwa 30 000 D-Mark. Die zwei flüchten. Dabei schießen sie um sich. Vor dem Oberlandesgericht in München schildert im Juni 2015 ein junger Mann, wie ihm eine Kugel knapp am Kopf vorbeigeflogen ist. Die Täter nehmen den Tod von Passanten in Kauf. Für die Bundesanwaltschaft waren es Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos.

Mit diesem schweren Raub soll die Terrorserie des Nationalsozialistischen Untergrundes, der neun Migranten und eine Polizeibeamtin zum Opfer fielen, begonnen haben. 14 weitere Banküberfälle folgten, bei denen Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Opfer, die kaum bekannt sind. Und noch eine Frage ist ungeklärt: Welches Wissen hatte der Verfassungsschutz über die Raube?

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19. 6. 2015 | Veranstaltung zum NSU-VS-Komplex in Mainz

Veranstaltung in Mainz am 19. Juni 2015 anläßlich der IMK | 19.00 Uhr

Der rassistische Mord an Halit Yozgat in Kassel 2006 unter Aufsicht eines Verfassungsschutzmitarbeiters.

Vortrag mit Wolf Wetzel, Autor von „Der NSU-VS-Komplex“.
Allianzhaus, Große Bleiche 60-62 in Mainz

Der rassistische Mord an Halit Yozgat in Kassel 2006 unter Aufsicht eines Verfassungsschutzmitarbeiters.

Es gibt zwei Gründe, einen Mord nicht aufzuklären. Der erste erfolgt aufgrund fehlender Zeugen und Indizien.
Der zweite Grund, einen Mord nicht aufzukären, besteht darin, die Mörder und Tatbeteiligten nicht finden zu wollen.
Genau das trifft für den Mord an Halit Yozgat in Kassel 2006 zu.

Ein Entschlüsselungsbeitrag zum Mordfall in Kassel 2006, der dem NSU zugeschrieben wird.

Im Juni 2015 erscheint die 3. Auflage des Buches Der NSU-VS-Komplex. Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund – wo hört der Staat auf? Unrast Verlag 2015, 235 Seiten – mit neuen Beiträgen, u.a. zum Mord in Kassel 200.

Eine Veranstaltung im Rahmen der NoIMK

Zum Einlesen sei folgender Beitrag empfohlen:

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss/PUA in Hessen – eine teure Waschanlage . Eine Weisssagung

Der Rechtsstaat im Untergrund Big Brother, der NSU-Komplex und die notwendige Illoyalität

                                                                       

Buchvorstellung

Der Rechtsstaat im Untergrund
Big Brother, der NSU-Komplex und die notwendige Illoyalität

ISBN 978-3-89438-591-0

PapyRossa Verlag, Köln, 2015, 219 Seiten, 14,90 Euro

Das Buch folgt drei Strängen, die bereits Anfang des 21. Jahrhunderts auf unterschiedliche Art sichtbar wurden.
Das erste Ereignis brachte nicht nur die Zwillingstürme in New York 2001 zum Einsturz, sondern auch die bisherigen politischen und ideologischen Koordinaten der vom Kapitalismus geprägten Weltordnung. Ein permanenter Kriegszustand, der mit Afghanistan und Irak angefangen hat und weder dort, noch anderswo aufhört. Und dabei rückt die deutsche Bundesregierung zielstrebig zurück ins erste Glied.
Der zweite Strang hat sich schleichend in die Geschichte des 21. Jahrhunderts eingeschrieben: Was in den 70er und 80er Jahren noch für Verschwörungstheorie gehalten wurde, ist heute technisch machbar und politisch gewollt: Die totale Erfassung und Überwachung der eigenen Bevölkerung. Während diese weitgehend illegale Praxis zwischen Leugnung und Legalisierung oszilliert, stellt sich die Frage: Haben wir (noch) etwas zu verbergen und wie schützen wir das?
Der dritte Strang verfolgt die Spur der neonazistischen Terror- und Mordserie des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund). Dreizehn Jahre lang konnten nach offizieller Version Neonazis unerkannt morden. Seitden verbrennen Akten und es sterben Zeugen. Was ist von dem konstatierten Behördenversagen zu halten, wenn alle, die daran maßgeblich beteiligt waren, belohnt werden?

Sich nicht mit schnell-abfallender Empörung und noch flacheren Erklärungen abzufinden, ist wichtig. Es lohnt sich die Fragen zu stellen: Was verbindet die verschiedenen Komplexe miteinander? Gibt es ein gemeinsames Untergeschoß? Was war schon immer so (oder ähnlich), was ist daran anders?
Alle Kapitel dieses Buches haben diese Fragen vor Augen. Denn ihre Beantwortung hilft dabei, nicht an Türen zu klopfen, hinter denen sich nur noch Abstellkammern befinden. Oder mit falschem Werkzeug loszuziehen, wenn man z.B. glaubt, dass ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss – wie der aktuell tagende NSA-Ausschuss in Berlin – tatsächlich etwas aufklären kann und will.
Mit all diesen Ereignissen sind auch Empörungen, aber auch viel Ohnmacht verbunden. Die realen Kräfteverhältnisse kann ein Buch nicht verändern. Aber es kann dazu beitragen, sich einen ›roten Faden‹ zu legen, der uns dabei hilft, sich nicht zu verlieren, sondern zusammenzukommen.

aus dem Inhaltsverzeichnis:

• Wann hat ›1984‹ angefangen? Über Horrorvision und Realität
• »Die Weltherrschaft der Spitzel« – Ein transatlantisches Gemeinschaftsunternehmen
• Die Selbstbeteiligung ›freier‹ BürgerInnen an ihrer Überwachung. Ein panoptischer Rundgang
• Der staatliche und der neonazistische Untergrund. Die langen Schatten des Oktoberfestanschlags
• Der Staatsanteil am neonazistischen Terror
• Das Phantom 123. Die rechtsfreie Zone des V-Manns – ein Lehrstück
• »Ein Abgrund an geheimen Parallelstrukturen«. Der Untergrund im Rechtsstaat
• Nous sommes tous Charlie – vraiment? Feindbildproduktion in Zeiten permanenter Kriegsführung
• Guy Fawkes – Die Wut hat viele Gesichter
• Illoyalität als BürgerInnenpflicht
• La vita suspecta. Unvollständige Chronik eines überwachten Lebens

Im Blog ›eyes wide shut‹ finden sich Dokumente und weitere Texte zum Buch:
https://wolfwetzel.wordpress.com/category/01-der-rechtsstaat-im-untergrund-2015/

Blutspur der Nichtaufklärer

Blutspur der Nichtaufklärer

Angeblicher Selbstmord aus Liebeskummer: NSU-Zeuge Florian Heilig hatte wohl weitgehend glückliche offene Beziehung

Die Kommunikation des NSU-Zeugen Florian Heilig in der Nacht vor seinem Tod widerlegt die Behauptung, er habe sich aus Liebeskummer selbst umgebracht. WhatsApp-Nachrichten, die er in dieser Nacht mit seiner Freundin tauschte, sprechen eine andere Sprache. Der 21jährige hätte am 16. September 2013 zum Mordanschlag auf zwei Polizeibeamte in Heilbronn 2007 aussagen sollen, verbrannte aber an diesem Tag in seinem Auto.

Viereinhalb Jahre galt der Polizistenmord als unaufgeklärt. Seit November 2011 gilt er als gelöst: Es sollen die Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gewesen sein, die als ausführende Haupttäter des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) zudem neun Migranten ermordeten. Die erschossene Beamtin Michèle Kiesewetter und ihr verletzter Kollege seien Zufallsopfer gewesen. Nur die beiden toten NSU-Terroristen hätten diese Tat ausgeführt. Spätestens seit September 2013 gerät diese Theorie ins Wanken.

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Zehn NSU-Morde und drei tote Zeugen

Zehn NSU-Morde und drei tote Zeugen

(aktualisiert am 1.4.2015)

Am 28. März 2015 wurde »eine 20-jährige Zeugin im Prozess um den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) tot in ihrer Wohnung aufgefunden.« Laut Polizeiangaben wurde sie von ihrem Lebensgefährten mit Krampfanfällen in der Wohnung gefunden. Die herbeigerufenen Ärzte konnten ihr Leben nicht retten. Einem vorläufigen Obduktionsbericht zufolge sei sie an einer Lungenembolie gestorben.

Wie eine 20-Jährige an einer Lungenembolie sterben kann, erklärten die Ermittler auch. Sie habe sich vier Tage zuvor eine Prellung im Knie zugezogen, die auch ärztlich behandelt wurde, wozu auch eine Thrombosevorsorge zählte. Diese sollte jedoch nicht verhindern, dass sich ein Thrombus gelöst habe, der letztendlich die Lungenembolie verursacht habe.
Genau so sehen das Dr. Tobias Wagner/Staatsanwalt und Fritz Bachholz/Erster Polizeihauptkommissar in einer gemeinsamen Pressekonferenz vom 30.3.2015.

Es ist die dritte Zeugin, die aufgrund von gemachten Aussagen zum NSU-VS-Komplex, stirbt. Sie heißt Melisa Marijanovic.

jW-Titelseite-3-2015 Den Rest des Beitrags lesen »

Unerwünschter Zeuge | Staatsaffäre NSU: Aussage eines Fahrlehrers stärkt Zweifel an Suizid des Neonaziaussteigers Florian Heilig, der zum Polizistenmord in Heilbronn aussagen wollte

Staatsaffäre NSU: Aussage eines Fahrlehrers stärkt Zweifel an Suizid des Neonaziaussteigers Florian Heilig, der zum Polizistenmord in Heilbronn aussagen wollte

Unerwünschter Zeuge | Tageszeitung Junge Welt vom 9.3.2015 | S.1
Wolf Wetzel

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Zum zehnten Mal tagt an diesem Montag im Stuttgarter Landtag der Untersuchungsausschuss »Rechtsterrorismus/NSU BW«. Die Parlamentarier sollen die Kontakte und Aktivitäten der rechten Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) in Baden-Württemberg und die Todesumstände der Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter aufklären, die 2007 in Heilbronn erschossen wurde. Sie gilt als zehntes und letztes Opfer des NSU – doch die Beobachtungen eines Fahrlehrers, der sich als Zeuge der Polizei angeboten hatte, werfen erhebliche Zweifel an der bisherigen Darstellung der Ereignisse auf. Diese beziehen sich auf den angeblichen Selbstmord von Florian Heilig, der am 16. September 2013 im Auto verbrannt ist, kurz bevor ihn Beamte des Landeskriminalamtes zum Fall Kiesewetter befragen wollten.
Der Zeuge ist der Redaktion bekannt. Was der Mann, der in den Ermittlungsakten mit keinem Wort erwähnt wird, am Todestag von Florian Heilig gesehen hat, schilderte er gegenüber junge Welt.

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Zweifel an Polizeiversion – Wenn Mord die wahrscheinlichere Todesursache ist

Zweifel an Polizeiversion
Suizid aus Liebeskummer? Der Neonaziaussteiger Florian Heilig wollte mit Ermittlern über den NSU sprechen. Am Tag der geplanten Aussage starb er in einem brennenden Auto

Wolf Wetzel | Tageszeitung Junge Welt vom 3.3.2015

Vorspann

Am 2. März 2015 wurden Vater und Schwester von Florian Heilig im parlamentarischen Untersuchungsausschuss/PUA in Baden-Württemberg gehört. Die ehemalige Freundin Melisa M. soll in einer nicht-öffentlichen Sitzung einvernommen werden. Dabei wird hoffentlich nicht nur ihre Sicht auf die Trennung zur Sprache kommen, sondern auch die ›politischen Implikationen‹, die eine weitaus größere Rolle spielten, als Herzensangelegenheiten.

 

Fast eineinhalb Jahre lang war der Tod eines wichtigen Zeugen im NSU-VS-Komplex, der sich acht Stunden vor seiner polizeilichen Befragung selbst verbrannt haben soll, kaum eine überregionale Meldung wert. Wie in den vielen Jahren der Mordserie der Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) zuvor auch, begnügte man sich mit der Version der Polizei und Staatsanwaltschaft. Über die Todesumstände des Florian Heilig am 16. September 2013 in der Nähe des Festgeländes am Cannstatter Wasen in Stuttgart hieß es da zum Beispiel:

»Die am Montag abend durchgeführte Obduktion ergab, dass ein Fremdverschulden oder ein Unfallgeschehen nahezu ausgeschlossen werden kann. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei haben ergeben, dass der junge Mann das Fahrzeug vermutlich selber in Brand gesteckt hat. Die Hintergründe für den Suizid dürften im Bereich einer persönlichen Beziehung liegen.«

Nicht viel später fiel das »nahezu« weg:

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Pressemitteilung | Tageszeitung Junge Welt |Staatsaffäre NSU: Unerwünschter Zeuge

Pressemitteilung | Tageszeitung Junge Welt |Staatsaffäre NSU: Unerwünschter Zeuge

„Aussage eines Fahrlehrers stärkt Zweifel an Suizid des Neonaziaussteigers Florian Heilig, der zum Heilbronner Mord an der Polizistin Kiesewetter aussagen wollte.
Zum zehnten Mal tagt an diesem Montag im Stuttgarter Landtag der Untersuchungsausschuss »Rechtsterrorismus/NSU BW«. Die Parlamentarier sollen die Kontakte und Aktivitäten der rechten Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) in Baden-Württemberg und die Todesumstände der Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter aufklären, die 2007 in Heilbronn erschossen wurde. Sie gilt als zehntes und letztes Opfer des NSU – doch die Beobachtungen eines Fahrlehrers, der sich als Zeuge der Polizei angeboten hatte, werfen erhebliche Zweifel an der bisherigen Darstellung der Ereignisse auf. Diese beziehen sich auf den angeblichen Selbstmord von Florian Heilig, der am 16. September 2013 im Auto verbrannt ist, kurz bevor ihn Beamte des Landeskriminalamtes zum Fall Kiesewetter befragen wollten.
Der Zeuge ist der Redaktion bekannt. Was der Mann, der in den Ermittlungsakten mit keinen Wort erwähnt wird, am Todestag von Florian Heilig gesehen hat, schilderte er gegenüber der in Berlin erscheinenden Tageszeitung Junge Welt. Darüber und über weitere Widersprüche an der staatlichen Version vom Selbstmord des Neonaziaussteigers Florian Heilig berichtet die Tageszeitung Junge Welt in der Montagausgabe.

Dieser Beitrag setzt die Recherche fort, die sich hier findet:

Zweifel an Polizeiversion
Suizid aus Liebeskummer? Der Neonaziaussteiger Florian Heilig wollte mit Ermittlern über den NSU sprechen. Am Tag der geplanten Aussage starb er in einem brennenden Auto

 

Ich möchte an dieser Stelle dem Kollegen danken, der mich auf die Beobachtungen des Fahrlehrers aufmerksam gemacht und mein Ansinnen weitergeleitet hatte. Und ich danke dem Zeugen nochmals ganz herzlich, dass er bereit war, seine Beobachtungen am 16.9. 2013, an dem Tag, als Florian Heilig ums Leben gekommen ist, wiederzugeben.

Warum wurde der Mordanschlag in Heilbronn 2007 nicht verhindert?

Warum wurde der Mordanschlag in Heilbronn

2007 nicht verhindert?

aktualisiert am 3.11.2014

»So ist weiterhin ungeklärt, warum dieses Trio all die Jahre nicht entdeckt wurde. Bis hin zu dem ungeheuerlichen Verdacht, daß sie vielleicht gar nicht gefasst werden sollten. Und nach wie vor ist auch ungeklärt, ob der NSU tatsächlich nur aus drei Personen bestand

Mit diesen Worten leitete die Moderatorin Marietta Slomka am 14. Januar 2014, zwei Tage, bevor in München erstmals der Mordanschlag auf Polizisten in Heilbronn verhandelt wurde, einen TV-Beitrag im ›heute-journal‹ ein. Man muss der Moderatorin dafür danken, dass sie diesen Verdacht in die Primetime brachte – für den es mehr Indizien gibt, als für die offizielle Version.

In der Anklageschrift werden die beiden NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos für diesen Mordanschlag verantwortlich gemacht.

Laut Generalbundesanwaltschaft/GBA galt dieser Mordanschlag zwei »Repräsentanten des Staates«. Es soll sich demnach um »Zufallsopfer« gehandelt haben.

Das Ziel dieses Mordanschlages soll gewesen sein, sich in Besitz der beiden Dienstwaffen zu bringen.

Trauer-um-Polizistin-Kiesewetter

Als Beweis für die Täterschaft der beiden NSU-Mitglieder werden die 2011 im Campingwagen gefundenen Waffen angeführt. Außerdem habe man in der Wohnung in Zwickau eine Jogginghose gefunden, auf der sich das Blut vom Michele Kiesewetter befand.

»Wenn ein Killerkommando von Thüringen nach Süddeutschland fährt, um in einer Kleinstadt dort eine Polizistin umzubringen und ihr die Dienstwaffe abzunehmen – dann muss man schon von der Bundesanwaltschaft sein, um es für einen Zufall zu halten, dass diese Polizistin ausgerechnet aus der gleichen Thüringer Ecke stammt wie das Killerkommando selbst …« (S.147)

Ein solcher Erkenntnisstand, der sich mittlerweile auch in der Anklageschrift in München wiederfindet, ist selbst für einen Kriminalkommissar im Roman des Krimiautoren Ulrich Ritzel (›Trotzkis Narr‹) eine Beleidigung.

Nichts ist unwahrscheinlicher als diese Version.

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Der NSU-Abschlussbericht aus Thüringen – Steht eine neue Anklage- und Prozesswelle bevor?

Der NSU-Abschlussbericht aus Thüringen – Was bislang als Verschwörungstheorie abgetan wurde, liegt nun in amtlicher Form vor

Beachtenswert an ihm ist , dass er sich – auch in den Sondervoten – in einigen zentralen Punkten von anderen Abschlussberichten unterscheidet.

In aller Regel beginnt und endet die politische Aufklärung mit der Führung durch einen Märchenwald aus bedauerlichen Pannen, Missgeschicken und individuellen Fehlern – die die dreizehnjährige Terror- und Mordserie des NSU erklären sollen.

In Abschlussbericht des Berliner NSU-Untersuchungsausschusses wurde noch ein kleines Zugeständnis gemacht: Man gab auch dem (institutionellen) Rassismus eine gewisse Mitschuld.

Es zählt zu dem Verdienst dieses Thüringer Abschlussberichtes, dass er die allseits gepflegte Mär vom Behördenwirrwarr beendet. Er kommt vielmehr zu dem Schluss,

»dass es dem Ausschuss nicht mehr vertretbar erscheint, hier nur von ›Pannen‹ oder ›Fehlern‹ zu sprechen«, was den

»Verdacht gezielter Sabotage oder des bewussten Hintertreibens des Auffindens der Flüchtigen« nahe lege.

Nur folgerichtig wirft der Ausschuss den Verfassungsschutzämtern die »mittelbare Unterstützung« und »Begünstigung« neonazistischer Strukturen vor.

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