Der Mord in Heilbonn 2007 – im Radio und Fernsehen

Am Mittwoch, den 19.April 2017 strahlte das RBB-Kulturradio ein Feature über den Heilbronn-Mord aus

„Der rätselhafte Anschlag
10 Jahre nach dem letzten Mord des Nationalsozialistischen Untergrundes in Heilbronn
Eine Spurensuche von Thomas Moser.“

http://www.kulturradio.de/programm/index.htm/from=19-04-2017_00-00/to=20-04-2017_00-00.html

Und am darauf folgenden Montag, dem 24. April 2017, dann um 22:45 Uhr im ARD:

Tod einer Polizistin. Das kurze Leben der Michèle Kiesewetter.

Michèle Kiesewetter gilt als zehntes und letztes Opfer der neonazistischen Mordserie des NSU: „Doch passt das alles? Wohl in keinem anderen Fall des NSU-Komplexes gibt es so viele Merkwürdigkeiten und offene Fragen. Glaubt man der Erklärung der Hauptangeklagten Beate Zschäpe, die sie vor dem Münchner Oberlandesgericht abgab, ist der Fall Kiesewetter aufgeklärt. Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hätten 2007 neue Pistolen gebraucht. Experten bezweifeln das. Gerade weil der Mord an Kiesewetter so gar nicht zu den anderen Mordtaten des NSU passe, sei der Fall zentral. Die Autoren Clemens Riha und Katja Riha nehmen Spuren auf, sprechen mit Menschen, die Michèle Kiesewetter kannten, mit Ermittlern, Mitgliedern der Untersuchungsausschüsse und Tatortzeugen.

Ein Film von Clemens und Katja Riha“ (Filmankündigung)

Um welche Merkwürdigkeiten es sich in dem Mordfall handelt und wie vereint sie weitere/andere Täter (ver-)decken, dazu die Recherche:

Der Mordanschlag auf Polizisten in Heilbronn 2007 – und seine gezielte Nicht-Aufklärung

 

 

16.2.2014 – Veranstaltung im Waldheim Gaisburg/Stuttgart

Veranstaltung im Waldheim Gaisburg e.V./Stuttgart-Ost zum NSU-VS-Komplex

Sonntag, 16. Februar, 12 Uhr

Waldheim Gaisburg

Waldheim Gaisburg e.V.
Obere Neue Halde 1
70186 Stuttgart-Ost

http://www.waldheim-gaisburg.de/2.html

Erst verbrennen Akten, dann Zeugen – Der blinde Fleck, der äußerst gut sehen kann

In diesem Jahr kommt der Film ›Der blinde Fleck‹ von Autor und Regisseur Daniel Harrich ins Kino. Es geht um den Anschlag auf das Oktoberfest in München 1980, der zuerst ›Linksterroristen‹ und dann einem unpolitischen und verrückten ›Einzeltäter‹ zugeschrieben wurde. Es geht um ein Déjà-vu … es kommt einem alles so unerträglich bekannt vor:

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Ein gut geschmiertes Räderwerk aus geplanten Zufällen

Ein gut geschmiertes Räderwerk aus geplanten

Zufällen

Zufällig mieten sich NSU-Mitglieder einen Campingwagen. Zufällig fahren NSU-Mitglieder 300 Kilometer. Zufällig fahren sie nach Heilbronn. Zufällig sehen sie einen Streifenwagen, der auf der Theresienwiese ›Pause‹ macht. Zufällig entscheiden sich die NSU-Mitglieder, dass diesmal ›Repräsentanten des Staates‹ Ziel ihres Terrors sein sollen. Zufällig haben sie sich für diesen Mordplan ganz spontan entschieden. Zufällig führt die sofort eingeleitete Ringfahndung zu keinem Ergebnis. Zufällig werden Autokennzeichen notiert, für die es keine Halter gibt. Zufällig werden alle Spuren am Tatort selbst verunreinigt, also unbrauchbar gemacht. Zufällig sind Phantombilder, die mithilfe von Zeugen erstellt wurden, kein hervorragendes Mittel der Fahndung. Zufällig erklärt ein hinzugezogener Gutachter die Aussagen des schwer verletzten Polizisten, die präzise und ermittlungsrelevant waren, für unbrauchbar. Zufällig werden auch alle anderen Zeugen, die der offiziellen Version im Weg stehen, mundtot gemacht. Und ganz zufällig endet mit diesem Mordanschlag auf Polizisten in Heilbronn 2007 die Terror- und Mordserie des NSU.

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Erst verbrennen Akten, dann Zeugen

Der Polizistenmord in Heilbronn 2007, der nicht

aufgeklärt werden darf (Teil II)

aktualisiert am 5.12.2013

Der Mordanschlag auf Polizisten, der dem neonazistischen NSU zugeschrieben wird, weist fünf Besonderheiten auf:

  • Alle vorliegenden Indizien und Hinweise führen zu Tätern, die nicht mit den namentlich bekannten NSU-Mitgliedern Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos identisch sind.
  • Mit den Phantombildern, die mithilfe des schwerverletzten Polizisten und anderer Zeugen erstellt wurden, wurde nie öffentlich gefahndet. Warum?
  • Wenn der Geheimdienst polizeiliches Vorgehen hintergeht, dann ist das ärgerlich und gewollt. Wenn Geheimdienste hingegen bei der Aufklärung eines Mordanschlags auf Polizisten ein Problem werden, dann gerät die institutionelle Hierarchie ins Wanken.
  • Nach diesem Mordanschlag bricht die Terror- und Mordserie des NSU ab. Gibt es einen Zusammenhang?
  • Warum richtet Baden-Württemberg bis heute keinen parlamentarischen Untersuchungsausschuss/PUA ein?

 

Dass im Fall der neun ermordeten Migranten vorsätzlich falsch ermittelt wurde, dass jedes Indiz in Richtung Neofaschismus für irrelevant erklärt wurde, dass Opfer zu Tätern gemacht wurden, erklären viele – auch der PUA-Abschlussbericht erwähnt dies – mit dem weitverbreiteten Rassismus.

Auch wenn dies näher an die Ursachen dieses Nichtaufklärungswillens heranreicht, als das Gerede von den Pannen, so hilft diese Erklärung nicht für die schier unglaubliche Nichtbereitschaft, den Mordanschlag auf zwei Polizisten in Heilbronn 2007 aufzuklären.

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24.10.2014 – „Der NSU – VS – Komplex“ im Arbeiterbildungszentrum Stuttgart

13 Jahre blieb der Nationalsozialistische Untergrund/NSU unentdeckt. Mindestens neun Morde wurden begangen. Jedes Mal verschleppten die Behörden verschiedener Bundesländer die Mordhintergründe ins ›ausländische Milieu‹. Jedes Mal will man keine ›heiße Spur‹ gehabt haben. In keinem einzigen Fall hinderte das die Behörden daran, alle neun Morde in die Blutspur des ›organisierten Verbrechens‹ zu legen.
Nachdem die Existenz der NSU nicht mehr zu leugnen war, gaben sich (bedauerliche) Versehen und (menschliches) Versagen die Hand. Ab wie vielen passgenauen Pannen muss man von einem System sprechen?

Wann: 24.10.2014            19:30 bis 21:30
Wo:                 ABZ Süd Stuttgart

 

VA-Stuttgart-10-2014

 

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Krokus – das lange Leugnen hat ein Ende

aktualisierte Fassung vom 30.5.2013

Es hat lange gedauert, bis „Krokus“, eine Informantin des Landesamtes für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg aus der Verbannung ins Land der Verschwörungstheorien entlassen wurde. Ganz offensichtlich tobte innerhalb der beteiligten Behörden (LfV, Innenministerium) ein heftiger Streit darüber, ob man die eigene Informantin verleugnen oder die Existenz einer V-Person mit dem Decknamen „Krokus“, die seit 2006 Informationen über neonazistischen Gruppen und Personen an ihren V-Mann Führer Rainer Öttinger (Leiter der operativen Einheit des LfV in Baden-Württemberg) weitergab, doch zugeben sollte.

Und selbstverständlich wissen das LfV und das Innenministerium genau, warum die V-Person „Krokus“ so brisant ist: Sie zerstört eine weitere Lüge, die sich bis heute hält, bis heute auch medial embedded wurde: Nach dem Mordanschlag in Heilbronn 2007 auf zwei Polizisten haben es vieles gegeben, Pannen, Wattestäbchen, gewöhnliche Kriminelle – nur keine Hinweise auf einen neonazistischen „Hintergrund“.

Dass die V-Person „Krokus“ 2012 zum Stillschweigen über ihre damaligen Erkenntnisse gezwungen wurde, dass man ihr mit Geheimnisverrat drohte, falls sie damit an die Öffentlichkeit ginge, weiß das LfV sehr wohl – die Drohungen kamen vom LfV selbst. Genauso wissen LfV und Innenministerium, dass genau diese V-Person sein langem darum kämpft, dass ihre Existenz nicht länger geleugnet wird.

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