Ein fast perfektes Verbrechen (2006)

STAATSGEHEIMNIS
Vor 20 Jahren ereignete sich in einem Forschungszentrum in Geesthacht ein schwerer Atomunfall. Bis heute streiten dies offizielle Stellen ab

In diesem Jahr feiert ein staatliches Forschungszentrum sein 50-jähriges Bestehen und lädt dafür am 26. August zum Tage der offenen Tür: die GKSS (Gesellschaft für Kernenergieforschung; der hinfällige Namenszusatz „in Schiffbau und Schifffahrt“ wurde beibehalten) in Geesthacht. „Zwischen 10 und 17 Uhr präsentieren wir Ihnen auf unterhaltsam-informative Art einen Einblick in die Vielfalt unserer Forschungsthemen.“ Ein solches Jubiläum legt einen Blick in die betriebseigene Geschichte nahe, doch der spart das katastrophalste Ereignis in der Forschungsstätte einfach aus. Die GKSS müsste knapp drei Wochen später noch einmal Jubiläum feiern: Ein schwerer Atomunfall auf seinem Gelände jährt sich am 12. September zum 20. Mal.
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Die ungeklärten Ursachen für die weltweit größte Leukämiedichte in der Elbmarsch – ein selbst gemachtes Rätsel

Die ungeklärten Ursachen für die weltweit größte Leukämiedichte in der Elbmarsch – ein selbst gemachtes Rätsel

Knapp 30 Kilometer von Hamburg entfernt liegt die kleine Ortschaft Geesthacht, direkt an der Elbe. Von dort aus kann man auch das Atomkraftwerk Krümmel sehen, das die Elbe als Kühlwasser nutzt. Nur wenige Hundert Meter davon entfernt befindet sich ein staatliches Atomforschungszentrum, die GKSS (Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schiffahrt). Im Gegensatz zum Atomkraftwerk Krümmel kann man die Anlage samt Forschungsreaktoren nicht sehen. Sie liegt gut geschützt im Wald und ist lediglich über eine Privatstrasse erreichbar.

»Im Kernkraftwerk Krümmel sind (…) erhöhte radioaktive Werte festgestellt worden. Wie HEW-Sprecher Johannes Altmeppen (…) auf Anfrage mitteilte, könne (…) ›definitiv ausgeschlossen‹ werden, dass der Anstieg der Radioaktivität im Werk selbst verursacht worden sei.«[1]


Diese kurze Nachricht bezog sich auf ein am 12. September 1986 registrierten Vorfall. Bereits einen Tag später schloss der Leiter des AKW Werner Hartel die Ursachensuche ab: Es bestände überhaupt »kein Grund zur Unruhe«[2]. Daran hielten sich alle, bis Anfang der 90er Jahre die ersten Fälle von Blutkrebs, vor allem bei Kindern auftauchten. Die Bürgerinitiative gegen Leukämie/BI wurde gegründet. Sie wollte sich mit der bisherigen Aufklärungsarbeit nicht abfinden und forderte eine unabhängige Untersuchung.

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Anhörung im Niedersächsischen Landtag 2007

2007 fand im im Niedersächsischen Landtag eine Anhörung zu den Ursachen des weltweit größte Leukämie-Cluster rund um Geesthacht und der Wahrscheinlichkeit eines atomaren Unfalles statt , ein atomarer Unfall, der bis heute bestritten wird:

»Prominentester Gast der Anhörung (…) war der renommierte weißrussische Atomphysiker der Sacharov Umweltuniversität in Minsk, Prof. Vladislav P. Mironov. Der Wissenschaftler hat den Landtagsabgeordneten seine Untersuchungsergebnisse der Bodenproben aus der Elbmarsch vorgelegt. Der ›Mironov Report‹ belegt, dass in dem Bodensediment aus der Elbmarsch Mini-Kügelchen mit (…) ›hochangereichertem Uran und Thoriumnukliden‹ vorhanden sind. Prof. Mironov führt weiter aus, dass ›die Gesamtmenge dieses runden Brennstoffes ungefähr 1,36 kg atomarem Brennstoff gleichkommt.‹ Der Wissenschaftler schreibt weiter, dass allgemein bekannt sei, dass zwischen 1967 und 1988 in Deutschland ein Forschungsreaktor diesen Thorium-Brennstoff mit hoch angereichertem Uran genutzt habe. Ihm sei, so Prof. Mironov weiter, nicht bekannt, dass ein Unfall mit diesem Material gemeldet wurde. (…) Die einzig mögliche Erklärung für Funde außerhalb der atomtechnischen Anlagen an der Elbe, ist ein atomarer Unfall.«


Hierzu der Untersuchungsbericht, den Prof. Mironov vorgetragen und erläutert hatte, einschließlich der Fragen, die im Anschluss gestellt und beantwortet wurden:

Anhörung 2007