Die „Aufklärung“ des NSU-VS-Komplexes steigert sich zum Possenspiel

Eine gespenstische Reise an den Tatort in Kassel 2006 | Rückhaltlose Aufklärung der neonazistischen Terror- und Mordserie des „NSU“ wurde versprochen. Im Jahr 2134 ist es soweit!

Teil I

Wer sich mit dem NSU-VS-Komplex beschäftigt, mit seiner fortgesetzten Nichtaufklärung, der mag die 88. Szene in diesem Possenspiel eigentlich nicht mehr anschauen, nicht mehr kommentieren. Wenn da nicht doch noch Wut hochkäme.

Dieser Tage, zu Ferienzeiten, ist durchgesickert, was eigentlich die höchste Geheimstufe genießt.

Es gibt einen „internen“ Untersuchungsbericht des Landesamtes für Verfassungsschutzes (LfV) in Hessen – über seine „Erkenntnisse“ in Bezug auf den Mord an Halit Yozgat in Kassel 2006.

 

Gedenkstein in Kassel

Nie Wieder.

Gegenüber dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss/PUA in Hessen wurde dieser „interne Untersuchungsbericht“ noch verheimlicht. Alleine das ist eigentlich ein Skandal, denn die Behinderung der parlamentarischen Aufklärung ist eigentlich eine Straftat, erst recht, wenn sie von Amts wegen begangen wird.

Nun ist es doch herausgekommen. Dieser Bericht ist 250 Seiten dick. Man könnte meinen, es handelt sich hier beim Bekanntwerden des Berichts – wie immer – um eine Panne oder ein ganz persönliches Versagen. Aber nein, denn selbst die, die ihn – geschwärzt – einsehen konnten, waren und sind zum Stillschweigen verpflichtet.

Schweigend kann man jedoch eine Aufklärung schlechterdings betreiben.

Nun wird dieses Schweigekartell durch eine weitere Mauer geschützt. Sie soll bis zum Jahr 2134 jeden „Eindringling“ abhalten, zu erfahren, was in diesem internen VS-Bericht steht.

Der hessische Verfassungssschutz hat beantragt, dass dieser Bericht für 120 Jahren weggeschlossen wird – eine Art Sicherungsgewahrsam für Behördenakten.

Man könnte Monty Python oder sonst eine Komödie bemühen, wenn man dies liest: 2134! So früh schon! Was, wenn es 2134 noch Gerichte gibt, so etwas wie eine unabhängige Justiz?

Sie werden schmunzeln und dagegen halten, dass dann alles verjährt sei. Stimmt … fast. Denn Mord, aber auch Beihilfe zu Mord verjährt nicht.

Teil I publiziert am 20. 7.2017: https://www.rubikon.news/artikel/die-aufklarung-des-nsu-vs-komplexes-steigert-sich-zum-possenspiel

Der Mord in Kassel 2006 und das Netzwerk der Vertuscher und Tatortreiniger:

https://wolfwetzel.wordpress.com/2015/06/29/der-mord-in-kassel-2006-und-das-netzwerk-der-vertuscher-und-tatortreiniger/

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Eine Antwort to “Die „Aufklärung“ des NSU-VS-Komplexes steigert sich zum Possenspiel”

  1. marie Says:

    lieber wolf wetzel, sie wissen sehr genau, dass dies nur eins von unzählbaren possenspielen ist. für mich begannen sie 1990, als gorbatschow als globaler mitspieler diente … für mich also über 25 jahre blutige possenspiele … da kann „man“ sich doch fast daran gewöhnen und dieses „genre“ als erfolgreich bezeichnen.

    blöd nur, dass IMMER westliche mehrheiten gern mitgespielt haben und der „unzivilisierte im osten“ gern und bereitwillig „demokratisert“ wurde … seit 2001 auch noch der „südliche nahe osten“ – der sich mitten „unter uns“ versteckt hatte … weder der krieg gegen jugoslawien noch brennende asylheime wurden mit dem begriff „terror“ belegt – doch HEUTE werden schon demonstranten darunter gezählt.

    die possenspiele sind teil der deutungskultur geworden – dass sich justitz und staat nun immer weiter austoben ist unerträglich … doch die weichen dafür haben sie mit viel bürgerlicher unterstützung stellen können und da ich aus dem „westen“ keine selbstkritik erwarte – oder bisher erlebt habe, ist das schweigekartell nur konsequent – finden sie nicht auch? vielleicht hat man in 120 jahren die möglichkeit gefunden, sich zu waschen ohne dabei selbst naß zu werden? ich bin da ganz optimistisch … die angehörigen der toten opfer der „westlichen rechtsstaatlichkeit und demokratie“ werden an diesen possen keine freude haben und ganz doll „unzivilisiert“ sich aus anderen werten emanzipieren >>> keine ahnung, was dann abgeht, doch die „westlich-freien- werte der deutschen leitkultur“ werden es nicht sein … die sind für 120 jahre verspielt und dies ist gut so … sagen auch die nachkommen der indianer


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