Causa Andrej Holm I, II und III

In der ehemaligen DDR haben mit Sicherheit viele gelitten, die nicht „regimetreu“ waren. Man sprach und spricht von Existenzvernichtung.

Andrej Holm hat bis heute seinen Job als Staatssekretär in der rot-roten Regierung in Berlin verloren.

Die Humboldtuniversität hat ihm seine Anstellung gekündigt. Außerdem prüft man, ob er seine Doktorarbeit selbst geschrieben hat.

Wie nennt man das?

Ich finde, dieses Land, das von „Vergangenheitsbewältigung“  und „Mitmachqualitäten“ etwas, also sehr viel versteht, kann  sich durchaus mit dem messen lassen, was sie so sehr und noch mehr scheinheilig verurteilt und verfolgt.

Aber es geht eben nicht nur um jene, die „Staatssicherheit“ ganz groß schreiben und Spitzeleien besonders dann wichtig finden, wenn es die „Richtigen“ machen.

Es geht auch um jene, die dabei mitmachen, die Partei DIE LINKE in Berlin. Dazu ein wunderbar wütender Brief von Ulf Pape/Berlin:

Öffentlicher Parteiaustritt (betr. Causa Andrej Holm)

die Feigheit, das Gemauschel hinter verschlossenen Türen, der stinkende Opportunismus der Partei-Bonzen der Berlinen Linken, die floskelhaften solidarischen Lippenbekenntnisse … all das ist zum Kotzen und bewegt mich dazu – aus der LINKEN auszutreten!
Ihr habt nicht nur Andrej Holm fallengelassen – ihr habt eure eigenen Grundsätze aufgegeben – von wegen solidarisch und sozial.
Eure widerwärtige Karrieregeilheit, endlich mal wieder Regierung spielen zu dürfen, scheint euch wichtiger zu sein, als ein international anerkannter Experte – als ein sozial engagierten, integren Menschen – als Staatssekretär. Der stört doch ehe nur eure politischen Sandkastenspiele und den Koalitionsfrieden.
Alle Vorwürfe gegen Andrej Holm sind schlicht und einfach lächerlich! Das hätte man von Anfang an klarstellen müssen. Ich sage das als jemand, der in DDR nicht studieren durfte und eine dicke Stasiakte hatte.
Am meisten ärgert mich, dass ihr jetzt die Causa Holm – auf euern Bonzen-Ärschen sitzend – aussetzen wollt – nach dem Motto: Die Zeit heilt Wunden.
Von einer linken Parte hätte ich, nach Andrejs Rücktritt, einen klugen strategischen Schachzug erwartet:
Ich hatte auf eurer Homepage einen solchen Schachzug vorgeschlagen: Ich schlug vor, dass man einen anderen Wissenschaftler mit gleichem Profil als Staatssekretär nominieren- und Andrej als dessen Sekretär anstellen sollte. Konkret schlug ich vor, Matthias Bernt zu nominieren. So hätte man zwei fitte Leute im Boot.
Aber so etwas scheint ja für euch undenkbar zu sein, man könnte ja den lieben Onkel Müller, die Springerpresse etc. erzürnen lassen. So wäre die Koalition in Gefahr und somit die Pöstchen und Diäten – das, worauf es euch anzukommen scheint.
Ich schäme mich dafür, die Linkspartei sowohl gewällt- als auch mein Ja zum Koalitionsvertrag gegeben zu haben.
Ich trete aus der Partei Die LINKE aus.“

Dazu:

I: Causa Andrej Holm – Staatssekretär, Linksextremist und/oder Stasi-Mitarbeiter?

und:

II Causa Andrej Holm – und der Sieg der städtischen Jagdgesellschaft

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Eine Antwort to “Causa Andrej Holm I, II und III”

  1. Helga Müller Says:

    Die Linke ist genauso CIANTOLOGISCH wie die anderen Parteien.

    Sie läßt diejenigen fallen, die den Finger in die Wunde legen.
    Mit ihrer Duldung ist so viel eingerissen, drum merken wir uns das.


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