19. August 2014 – Dokumentarfilm und Diskussion |München 1970 – als der Terror zu uns kam

Dienstag, 19.August 2014 19.30 Uhr, Naxoshalle, Frankfurt

München 1970 – als der Terror zu uns kam‹ | Dokumentarfilm von Georg M. Hafner

Im Anschluss daran eine Filmdiskussion mit Publizist und Autor Wolf Wetzel |Die Hunde bellen … Von A bis ®Z – Eine Zeitreise durch die 68er Revolte und die militanten Kämpfen der 70er bis 90er Jahre, Unrast Verlag 2001

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»Liebe Freundinnen und Freunde des Naxos.Kinos,

das Naxos.Kino ist auch dafür, dass es mit seinen Filmen heiße Eisen anpackt. Am kommenden Dienstag 19. August 2014 um 19.30 Uhr ist es mal wieder so weit! Es geht also um Terrorismus weltweit, das Jahr 1970 und den Abschuss eines Swiss-Air-Flugzeuges durch palästinensische Terrorismen. Dieses Datum bedeutet sozusagen den Einstieg in das „Terror-Jahrzehnt“ 1970 – 1980. Im abgeschossenen Flugzeug kam auch der Onkel des Regisseurs Georg M. Hafner, Rudolf Crisolli, ums Leben, damals Nahostkorrespondent des ZDF. Das mag ein Grund sein, warum Hafners Film so persönlich, dicht und ehrlich daher kommt. Geht es doch um nicht weniger als die Kritik des Umgangs der „Linken“ mit dem Terrorismus. Georg M. Hafner gilt selbst als ausgewiesener Linker, einer, der den „Marsch durch die Institutionen“ dem terroristischen Draufhauen aus voller Überzeugung vorzog. Hafner war bis zu seiner Pensionierung vergangenes Jahr Abteilungsleiter beim Hessischen Rundunk. In dieser Zeit hat er zahlreiche hochpolitische bis explosive Dokumentafilme betreut und den Weg auf demn Bildschirm geebnet. Insoweit wiegt Hafners kritischer Rückblick besonders schwer.

Unser zweiter Gast beim Filmgespräch ist der linke Frankfurter Publizist Wolf Wetzel, der über diese Zeit das Buch herausgegeben hat: Die Hunde bellen… Von A bis ®Z .Eine Zeitreise durch die 68er Revolte und die militanten Kämpfen der 70er bis 90er Jahre. Unrast Verlag 2001

Die Diskussion zwischen und mit den beiden verspricht spannend zu werden! Lassen Sie sich das nicht entgehen!

Rudolf Crisolli war Chefreporter des ZDF. Als er im Februar 1970 als Korrespondent nach Israel geschickt wird, stirbt er auf dem Weg dahin durch einen Bombenanschlag palästinensischer Terroristen auf eine Swissair-Maschine, die kurz nach dem Start nahe Zürich abstürzte. Unter den 47 Opfern war auch Rudolf Crisollli, der Onkel des Filmemachers und langjährigen Abteilungsleiters beim Hessischen Rundfunk, Georg M. Hafner. Er holt in seinem Film eine längst vergessene Terror-Reihe ins Gedächtnis zurück, die den eigentliche Auftakt zum Terrorjahrzehnt 1970 – 1980 darstellt. Der Überfall auf das olympische Dorf geschah zweieinhalb Jahre später, im Sommer 1972.

Warum musste ausgerechnet Rudolf Crisolli sterben? Die Suche nach Antworten auf diese persönlichen Fragen führt mitten hinein in das politische Klima der 70er Jahre, das Erbe der 68er Bewegung, die Radikalisierung der linken Bewegung und die Anfänge des modernen Terrorismus. Der Film zeigt eindrucksvoll, dass die blutigen zwölf Tage im Februar 1970 eine Warnung hätten sein müssen. Stattdessen aber wurden alle Vorboten verdrängt, um die heiteren Spiele, mit denen Deutschland die Erinnerung an die Nazi-Olympiade 1936 tilgen wollte, atmosphärisch nicht zu belasten.
Der Film erinnert an den bis heute nicht aufgeklärten und weitgehend vergessenen Brandanschlag auf das jüdische Gemeindehaus und das dortige Altersheim in München und lässt Zeitzeugen zu Wort kommen, die damals meinten, den gerechten Kampf der Palästinenser in Deutschland mit allen Mitteln unterstützen zu müssen. Die Generation der 68er, die wütend die verdrängte Nazivergangenheit der Eltern anprangerte, machte gemeinsame Sache mit der Judenfeindschaft der arabischen Genossen. Die handelnden Personen, so sie noch leben und so sie reden, sind heute im gesetzten Rentenalter. Sie haben mit Erinnerungsschwächen zu kämpfen, mit Rheuma und steifen Gelenken. Es sind Bombenleger darunter, Brandstifter, Mörder. Sie haben ihre Strafen verbüßt, aber die wenigstens haben etwas dazu gelernt.

Zum Filmgespräch kommen der Regisseur Georg M. Hafner und der linke Frankfurter Publizist Wolf Wetzel. Moderation: Wolf Lindner
Bei schönem Wetter findet das Filmgespräch open air vor der Halle statt!

Theater Willy Praml – Naxoshalle, Wittelsbacherallee 29, Eingang Waldschmidtstraße 19 / Hinterhof

Dass „die Linke“ weder eine Sache mit Judenhassern (in Deutschland und sonstwo) machte, dass „die Linke“ Flugzeugentführungen als legitimes Mittel überwiegend abgelehnt hatte, dennoch viele Fehler gemacht gemacht wurden, die zu heftigen Debatten (und eben nicht zur Komplizenhaftigkeit) führten, zeichnet dieser Beitrag aus dem Buch: „Die Hunde bellen...“ nach:

Die verlorene Unschuld – zum Teufel mit den Opfern. Eine Auseinandersetzung mit linken Positionen zu Israel

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