Schwarz-Grün – eine Klasse für sich

Das Gesellschaftshaus im Palmengarten in Frankfurt –oder:

Wie extreme Minderheiten von braven Mehrheiten ausgehalten werden

Das ehrwürdige Gesellschaftshaus im Palmengarten, also in aller bester Lage, wurde für ca. 40 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln saniert. Dies ging damit einher, dass man den BürgerInnen das Blaue (hier also das Schwarz-Grüne) vom Himmel versprach.

Ein Haus für alle Frankfurter‹ (ehemalige CDU-Oberbürgermeisterin Petra Roth) sollte es werden.

Einen ›offenen Ort für jeden Verein, jede Firma und jede Familie‹ versprach Varieté -Betreiber Johnny Klinke (›Tigerpalast‹), ergo »für jeden bezahlbar

Nun ist das »Geschenk an die Bürger der Stadt« (Bürgermeister Olaf Cunitz) fertig … und die prominente Märchenstunde vorbei: Nachdem die Mehrheit dieser Stadt die Sanierung bezahlt hat, wird für eine extreme Minderheit aufgetischt: Die billigste Vorspeise auf der Speisekarte des dort geführten Restaurants Lafleur nennt sich »bretonische Sardine an Bourride auf Bouillabaisse-Schaum« und kostet schlappe 32 Euro.

Obwohl die Grünen im Frankfurt mit in der Regierung sind, also genau das beschlossen haben, was jetzt zu goutieren ist, versteht einer von ihnen die Welt (immer noch) nicht: »Die Stadt hat dieses Haus für viel Geld wieder aufgebaut und stellt es nun einem Pächter zur Verfügung, der die Mehrheit der Menschen ausschließt«, beklagt der grüne stellvertretende Vorsteher im Ortsbeirat 2 Arno Völker.

Die Betreiber, die nichts anderes als eine Lizenz zum Gelddrucken bekommen haben, verstehen die Aufregung nicht: »Das Betreiberkonzept war bekannt und Teil der Ausschreibung, es wurde auch von den grünen Dezernenten immer befürwortet«, sagt Robert Mangold, der das Haus gemeinsam mit Johnny Klinke und Margareta Dillinger betreibt. (FR vom 7.12.2012)

Die Große Koalition aus Stahlhelm und Latte macchiato in der Frankfurter Stadtregierung lacht sich fast, leider nur fast tot. Sie findet die Kritik popelig, vor allem: Sie geht ihr am Arsch vorbei, solange sie – in aller Ruhe und mit größtem Komfort – die Sau raus lassen können:

Gesellschaftshaus-Palmengarten-2013

Friede den Hütten – Krieg den Palästen.

Wolf Wetzel

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Eine Antwort to “Schwarz-Grün – eine Klasse für sich”

  1. Gentrifizierung ist… | Die Wurfbude. Würfe und Entwürfe. Says:

    […] Leistungsträger der Gesellschaft dort ungestört und unter sich speisen. Wolf Wetzel hat die Einzelheiten. Mich erinnert das an eine der vergangenen Bankenumzingelungsaktionen mit Händchenhalten, deren […]


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