Danke von eyes wide shut … and open

Danke.

Das World Wide Web ist ein Darkroom. Die zahlreichen Klicks und FollowerInnen sagen einem, dass jemand im (virtuellen) Raum ist, aber wenn man ihn betritt, sieht man niemand – außer den digitalen Spuren, die ihr hinterlassen habt. Mit dieser blendenden (Un-)Gewissheit möchte ich euch sagen: Ich bedanke mich für euer gedankliche/digitale Wegbegleitung.

Da mir das Buch ›Häuserkampf I – Wir wollen alles – Beginn einer Bewegung‹ am Herzen liegt, mich die Ereignisse und Erlebnisse glücklicherweise mehr geprägt haben als alles andere, möchte ich euch mit drei Zitaten dazu einladen:

»Es gibt kein verfassungsgemäßes Recht auf das Wohnen in Ottensen. Wenn ich schnell eine preisgünstige Wohnung haben will, muss ich eben nach Bahrenfeld ziehen.« (Michael Sachs, Die Welt vom 5.6.2012)

Michael Sachs ist seit 24. März 2011 Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Hamburg. Ottensen gilt als hippes Szeneviertel und gehört mittlerweile zu den teuersten Stadtvierteln Hamburgs. Durch den Stadtteil Bahrenfeld führt eine Bundesautobahn. Gegen den davon ausgehenden Lärm und Gestank kämpft seit Jahren eine Bürgerinitiative.

 

»In den Penthouse-Wohnungen kann man auf Dauer nur in Ruhe wohnen, wenn auch in den mittleren Etagen Hausfrieden herrscht und man es auch aus dem Untergeschoss nach oben schaffen kann.« (Friedensstifter und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, 2012)

 

»Eine Immobilie in Spitzen-Lage – über den Dächern des Potsdamer Platzes, Blick auf das Sony Center. Zum Service gehört täglich frisches Wasser und Futter, im Winter wird geheizt. Und die Mieter müssen nicht mal einen Cent für die Unterkunft zahlen. Willkommen in Berlins erstem Luxus-Loft für Tauben! Baupreis: 100.000 Euro. Wer zahlt so viel Geld für einen Taubenschlag? Finanziert hat den Vogel-Palast die Potsdamer Platz Management GmbH, die sich um das Stadtquartier kümmert… Eine Mitarbeiterin des Tierschutzvereins kümmert sich um die Pflege des Lofts, betreut die Vögel. Unterhaltskosten: jährlich 30.000 Euro.« (bz-Berlin vom 16.11.2012)

Taube müsste man sein!

Wer dieser Großherzigkeit misstraut, hat vollkommen recht: Dieser Luxus dient ausschließlich dazu, den Tauben die Eier zu stehlen. Es handelt sich hier um eine Luxus-Falle.

Wer die stillen und gesegneten Weihnachtstage kontrastieren möchte, also so nicht aushalten will, dem empfehle ich einen Ritt durch 25 Jahre Häuser- also Stadtkämpfe und verabschiede mich für dieses Jahr mit einer fast fabelhaft anmutenden Geschichte aus Freiburg anno 1981. Ich stieß darauf, als ich auf der Suche nach ergänzenden Berichten zum besetzten Dreisameck und Schwarzwaldhof in Freiburg recherchierte. Dabei stieß ich in einer kleinen Lokalzeitung auf einen online-gestellten Kommentar eines ehemaligen Kriminaloberkommissars im ›Dezernat Linksterrorismus‹, der lakonisch und stolz aus seiner Zeit als SOKO-Chef erzählte. Daraus habe ich eine – damals gar nicht komische, heute amüsante – Geschichte gemacht: Der Häuserkampf und der Kommissar.

Wolf Wetzel

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