21.10.2009 – Die Quelle und der Pate

Nach dem staatlichen Millionenkredit und der Pleite von „Quelle“ erklärte der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), dass man unter den gegebenen Bedingungen nichts anders und besser machen konnte.

Quelle-Pate

Auf so bescheidene und stille Weise hat noch niemand die Systemfrage gestellt.

Quelle steht in einer Reihe von Pleiten, bei denen staatliche Subventionen, Kredite und andere ›Hilfen‹ mitverbrannt wurden: Mannesmann, Müller-Milch, Nokia, Commerzbank, HypoReal, Opel….

Nachdem man jahrelang die Krise geleugnet hatte, wittern nun alle die ›Krise als Chance‹.

Was hat sich seit Bekanntmachung der größte Krise nach dem Zweiten Weltkrieg getan?

Wurden die zahlreichen Finanzmarktreformen (Legalisierung von Hedgefonds, Hebelprodukten usw.), die all das legalisierten, was Jahre später fast zum Zusammenbruch geführt hätte, zurückgenommen? Nein.

Wurde endlich ein Unternehmenstrafrecht eingeführt, das das Unternehmen juristisch haftbar macht und nicht einzelne Mitarbeiter? Nein.

Wurden die legalen Möglichkeiten zum Frisieren von Bilanzen (Auslagerung von ›Risiken‹ in Beteiligungs- also Scheinfirmen) rückgängig gemacht? Nein.

Wurden Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe ein ›systemisches Risiko‹, also erpresserisches Potenzial darstellen, aufgelöst? Nein.

Wurde wenigstens so getan? Ja.

Regierungsprogramm

Die Bundesregierung hat beschlossen, dass sich die Bonizahlungen an Manager zukünftig am langfristigen Gewinn messen lassen sollten – wenn das nicht allzuviele Umstände macht.

Angesichts eines vorläufigen Schadens von über 1.000.000 Millionen Euro kommt das der Empfehlung an Bankräuber gleich, bei zukünftigen bewaffneten Überfällen einen Schalldämpfer zu benutzen.

Wolf Wetzel

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