Interview über das Buch ‘Der NSU-VS-Komplex’ mit kenFM

Das Interview ist ca. 45 Minuten lang, greift die Gründe für dieses Buch auf, fragt nach der Logik von Pannen, die so gesteuert und synchronisiert sind, dass es eben keine Pannen mehr sein können und geht auf den Beginn des NSU-Prozesses ein, der in München begonnen hat, auf die Hoffnungen und Chancen auf eine “juristische Aufarbeitung”:

Die größte Mordserie in der Geschichte der BRD offenbart sich immer mehr als Farce. Das, was uns das Gericht in München glauben machen will, nämlich dass es keinerlei kriminelle Verbindungen zwischen Staat und NSU-Trio gegeben haben soll, ist nicht nur nachweislich falsch, es ist noch mehr: Eine dreiste Lüge. Ohne den Staat hätte es die NSU, wie wir sie kennen, nie gegeben. Aber anstatt einen soliden Untersuchungsausschuss durchzuführen, geht die Justiz auf Anweisung von ganz oben einen anderen Weg. Sie seift die Bevölkerung komplett ein und verhöhnt die Opfer. Der Staat hatte über das, was später als NSU-Terrozelle bekannt werden sollte, zu jeder Zeit das volle Wissen. Er war schon am Set, als sich die Neo-Nazis noch THS (Thüringer Heimatschutz) nannten. Er begleitete sie quasi in den Untergrund, und war über 10 Jahre eine Art Escortservice.

Die Beweise sind erdrückend, nur sie sind in München kein Thema. Hier steht Beate Zschäpe vor Gericht, als einzige Überlebende des Trios. Was sie nicht weiß, gab es nicht. Eine Farce.

Ein deratiges Verfahren, das auf das Gros der Zeugen – unzählige Verfassungsschützer, Polizisten und BKA-Angestellte – verzichtet, würde, in Moskau abgehalten, als Schauprozess gelten. Exakt das ist er auch hier. Die Blutspur führt hoch hinaus, bis ins Innenministerium, und von “Behördenchaos” kann überhaupt nicht die Rede sein. Als es um das vorsätzliche Vernichten von Beweisen ging, und man Akten im Tonnenbereich schredderte, arbeiteten diverse Behörden sauber synchron zusammen.

Was wir bisher über die sogenannte NSU-Affäre wissen, sind höchstens fünf bis zehn Prozent, sagt Wolf Wetzel, der nach zwei Jahren Recherche mit “Der NSU-VS-Komplex” ein Buch zu dieser Staataffäre vorlegt.
KenFM tauchte mit dem Autor ganz tief in den Sumpf des Verbrechens und des staatlich geförderten Terrors ab.

KenFM im Gespräch mit: Wolf Wetzel (“Der NSU-VS-Komplex”)

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=urNJ2HxFrUs#t=0s

Der Selbstmord der NSU-Mitglieder – keine Zweifel?

Zweifel an der amtlichen Version

Vorabdruck in Junge Welt vom 17.4.2013

Auffällig viele fragwürdige Spuren: Haben sich Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos tatsächlich umgebracht? Warum stellt sich Beate Zschäpe nach dem Tod ihrer Neonazikumpanen den Behörden statt sich abzusetzen?

Von Wolf Wetzel

Wenn Hunderte von Akten im Zusammenhang mit dem NSU verschwinden, d.h. vernichtet werden, wenn »heißen Spuren«, die es über dreizehn Jahre gab, in keinem einzigen Fall nachgegangen wurde, wenn Behörden die Existenz von V-Leuten verschweigen, die Kontakt zu den abgetauchten Mitgliedern des »Thüringer Heimatschutzes« hatten, wenn bei allen neun Morden an Menschen mit türkischer und griechischer Abstammung ein rassistischer Hintergrund ausgeschlossen wurde, wenn all dies auf allen behördlichen Ebenen, in allen darin verwickelten Verfolgungsbehörden geschieht, dann darf man hinter diesen Unzulänglichkeiten, hinter dem »menschlichen Versagen« einzelner, ein System vermuten – zumindest sollte man dies – wie in jedem anderen Fall – nicht ausschließen.

Wenn dies aufgrund evidenter, erdrückender Fakten nicht auszuschließen ist, dann muß man auch den schlimmsten Fall für möglich halten bzw. darf ihn nicht von vornherein ausblenden. Dann stellt sich die Frage, ob die zwei Mitglieder des NSU, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, am 4. November 2011, in ihrem Campingwagen tatsächlich Selbstmord begangen haben? Dann muß man auch die offizielle Version, Beate Zschäpe habe sich nach vier Tagen Flucht »freiwillig gestellt«, in Zweifel ziehen.

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Der 1001. Zufall oder Beihilfe zu Mord

Der neonazistische Mord an Halit Yozgat in Kassel 2006

(zum 7. Todestag des neunten Mordopfers neonazistischen Terrors)

Wenn der hessische Verfassungsschutzmitarbeiter Andreas Temme in wesentlichen Punkten eine Falschaussage gemacht hat, wenn der Neonazi und V-Mann, mit dem der VS-Mitarbeiter mehrmals am Mordtag telefonierte zum NSU-Netzwerk gehört, wenn die Weigerung des damaligen Innenministers Volker Bouffier, eine Aussagegenehmigung für diese ›Quelle‹ zu erteilen, gar nicht dem Wohl des Landes diente, sondern der Verschleierung dieser Zusammenhänge … warum werden dann nicht die Ermittlungen neu aufgenommen?

Nie Wieder.

Nie Wieder.

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Der NSU-VS-Komplex – Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund/NSU – wo hört der Staat auf?

Der NSU-VS-Komplex

Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund/NSU – wo hört der Staat auf?

Wolf Wetzel, Unrast Verlag 2013

ISBN: 978-3-89771-537-0

129 Seiten/ ca. 13 Euro

erscheint am 28. April 2013

Das Buch stellt sich vor:

In den letzten beiden Jahren haben sicherlich viele etwas  über den Nationalsozialistischen Untergrund, über die Rolle der Geheimdienste und ihr Versagen gelesen und gehört. Nicht wenigen schwirrt der Kopf, die Fakten erzeugen mehr Schwindel als Klarheit, und je man erfährt, desto unübersichtlicher erscheint das Ganze.

Das liegt zum geringsten Teil an Ihnen, an euch.

Wo fängt der Nationalsozialistische Untergrund an - wo hört der Staat auf?

Nach zwei Jahren Recherche wuchs das Bedürfnis, nicht in der Flut der Informationen zu ertrinken, und angesichts der zahlreichen Spuren nicht den Kopf zu verlieren.

Die Absicht war und ist, dabei weder in eine Glaskugel zu schauen, noch in dieser auffallenden Vagheit, in den unzähligen Andeutungen stecken zu bleiben.

Das Buch ist also nicht in der Absicht geschrieben worden, über das zu orakeln, was bis heute im Dunkeln liegt, sondern sich an dem zu orientieren, was öffentlich gemacht wurde, was in die Öffentlichkeit gelangte. Das sind vielleicht fünf Prozent vom dem, was den NSU-VS-MAD-Komplex ausmacht – dennoch ist es viel mehr, als es den Sicherheitsarchitekten lieb ist.

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Der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz/BfA geht… alles andere bleibt…

Der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz/BfA geht… die Chefs des Thüringer und des Sächsischen Verfassungsschutzes  gehen auch – alles andere bleibt…


„Zweieinhalb Stunden haben die fünf Obleute der Fraktionen im Bundestags-Untersuchungsausschuss am Mittwoch in der Außenstelle des Bundesamtes für Verfassungsschutz in Berlin-Treptow verbracht. 45 Aktenordner haben sie zwar jeder für sich aber in einem Raum durchforstet…. Zumindest in einem waren sich danach alle einig: Unter den acht vom Bundesamt angeworbenen V-Leuten für die „Operation Rennsteig“ in Thüringen war kein Mitglied des ‚Nationalsozialistischen Untergrunds‘ (NSU) – also weder Uwe Böhnhardt noch Uwe Mundlos oder Beate Zschäpe… Für (CDU-Obmann Clemens Binninger, d.V.) ist das Vertrauen in den Verfassungsschutz wieder hergestellt… SPD-Obfrau Eva Högl sagte, dass der Einblick in die ungeschwärzten Akten wichtig gewesen sei, ‚um Verschwörungstheorien den Boden zu entziehen‘.” (http://www.tagesspiegel.de vom 4.7.2012)

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Interview mit Radio Flora zur “Aufklärung” der NSU-Morde

Interview mit Radio Flora am 3. April 2012

Staatlicher Rettungsschirm für die neonazistische Mordserie der NSU -
Gespräch mit dem Autor Wolf Wetzel

Dreizehn Jahre lang mordete eine Bande von Rechtsterroristen in
Deutschland. Zehn Menschen fielen ihnen zum Opfer. Wolf Wetzel hat zu dem Fall recherchiert. Er meint, die so genannte NSU war nicht im Untergrund, sondern befand sich in staatlicher Obhut.

Hier findet ihr die Podcasts der Aprilsendung von “Wieviel sind hinter Gittern”:

http://www.radioflora.de/index.php?article_id=122&clang=0&audiofile=audio%2F%2Fgesellschaft%2FWolfWetzelNSU_2012_04_03_Di_18.mp3

8.4.2013 – Der NSU und sein staatlicher Escortservice – Veranstaltung in Dortmund

Eine Spurensuche – am Beispiel des Mordanschlags in Köln 2004

Veranstaltung in Dortmund am

Montag, den 8. April 2013,

20.00 Uhr

Kulturhaus Taranta Babu/ Verein zur Förderung der interkulturellen Lesekultur und Medienkompetenz e.V.

 Referent: Wolf Wetzel

(Autor des Buches: Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund – wo hört der Staat auf?

Unrast Verlag April 2013)

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Die NSU-Mordserie: Was haben Verfassungsschutz und Ermittlungsbehörden zu verbergen?

Zur Ergänzung und Bereicherung ein sehr guter Text von

BürgerInnen beobachten Polizei und Justiz

Die NSU-Mordserie:
Was haben Verfassungsschutz und Ermittlungsbehörden zu verbergen?

Der aktuelle Fall von Rechtsterrorismus

Viele Details haben die staatlichen Ermittlungsbehörden in den vergangenen Monaten “enthüllt” über die Hintergründe der Nazi-Mordserie und der von den Behörden konstruierten Terror-”zelle” NSU. Angeblich seien beispielloses Behördenversagen, Pannen und Versäumnisse verantwortlich dafür, dass Nazis dreizehn Jahre mordend durchs Land ziehen konnten.

Diese Verlautbarungen sollte man aber skeptisch zur Kenntnis nehmen, denn setzt man die veröffentlichten Puzzleteile zusammen, ergibt sich eine Vielzahl von offenkundigen Wider­sprüchen, die nahelegen, dass die offizielle Version nicht stimmen kann.

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Der staatliche Rettungsschirm für die neonazistische Mordserie der ›NSU‹ – Eine Zwischenbilanz

Der staatliche Rettungsschirm für die neonazistische Mordserie der ›NSU‹

Eine Zwischenbilanz

Vor über drei Monaten erfuhren wir, dass die zwei toten Männer im Campingwagen nicht nur routinierte Bankräuber, sondern vor allem Mitglieder einer neonazistischen Terrorgruppe namens ›NSU‹ gewesen sein sollen, von deren Existenz keine staatliche Stelle etwas gewusst haben will.
Herrschte über ein Jahrzehnt Ahnungslosigkeit, so wurden wir in der Folgezeit mit einer Flut von Details, Erkenntnissen, Hintergründen und Zusammenhängen konfrontiert, die uns an dem aufgestauten Wissen der Verfolgungsbehörden teilnehmen ließen und lassen.

Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Die offizielle Version über die neonazistische Mordserie ist schnell erzählt:

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17.1.2013 – VA im ACC Galerie Weimar

Do 17.1.2013 | 20:00 | ACC Galerie Weimar

Im Tal der Ahnungslosen | Wolf Wetzel

Existiert(e) im “Tal der Ahnungslosen” eine Festung der Wissenden?

Zwischen 2000 und 2006 wurden in Deutschland neun Morde an Menschen mit migrantischem Hintergrund verübt. Jedes Mal schlossen die Strafverfolgungsbehörden rassistische Motive aus. Stattdessen war von Döner-Morden die Rede, von Mordtaten im kriminellen, ausländischen Milieu.

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