30.3.2011 – Das Restrisiko der Atompolitik ist ein Kapitalverbrechen

Wenn das Kühlwasser der Atompolitik verdampft….

1945 warfen US-Kampfflugzeuge zwei Atombomben über die Großstädte Hiroshima und Nagasaki in Japan ab. Beide Städte wurden total zerstört. In den atomaren Todeszonen starben 100.000 Menschen sofort, Hunderttausende starben an den Folgen radioaktiver Verstrahlung.

In den 50er Jahren begannen japanische Regierungen mit dem Bau von Atomkraftwerken. Die Behauptung, die zivile Nutzung der Atomenergie sei mit ihrer militärischen Nutzung nicht vergleichbar, war ein wesentliches Argument für ihre Durchsetzung. Heute stehen über 50 Atomkraftwerke auf der japanischen Insel. Sie werden – auch von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) – als besonders sicher eingestuft.

2011 explodierten mehrere Blöcke des Atomkraftwerkes in Fukushima. Seitdem gelangt radioaktives Material entweder kontrolliert oder unkontrolliert in die Atmosphäre bzw. ins Erdreich. Ob die atomare Kernschmelze in den Reaktorblöcken noch unter Kontrolle gebracht werden kann oder ob der Kampf um die Eindämmung nur noch Handlungsmacht suggerieren kann, spielt für die Menschen in unmittelbarer und mittelbarer Umgebung der zerstörten Reaktorblöcke keine Rolle mehr. Die Menschen sind bereits radioaktiv kontaminiert, ihre Lebensgrundlage ist zerstört.

Ähnlich wie nach Tschernobyl 1986 wird weltweit koordiniert und improvisiert, beim Lügen, Täuschen, Vertrösten und irreleiten – ob in Japan oder Deutschland, ob bei japanischen oder internationalen Atomaufsichtsbehörden. Der Grund ist kein besonders mieser, sondern ein struktureller: Wenn das Ausmaß dieser atomaren Katastrophe bekannt wird, gibt es nicht nur für die japanische Regierung und die japanische Atomindustrie kein Überleben mehr.

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