Rezension von Professor Dr. Hans See – Aufstand in den Städten

Rezension von Professor Dr. Hans See, Ehrenvorsitzender von BusinessCrimeControl/BCC über das Buch

Wolf Wetzel (HG.)

Aufstand in den Städten – Krise – Proteste – Strategien

UNRAST-Verlag, Münster 2012

255 Seiten

Euro 16.00

 

Wer von Aufständen redet, wo und wann immer in der Welt sie stattfinden, darf über die gesellschaftlichen Widersprüche, die sie verursachen, nicht schweigen.

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23.01.2013 – Aufstand in Kiel …. lange her …. oder …warum nicht?

Polit-Tresen unzumutBAR präsentiert: Aufstand in den Städten.

Lesung und Diskussion in der Hansa 48, in Kiel, mit Wolf Wetzel

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Buchvorstellung: Aufstand in den Städten – Krise, Proteste, Strategien, 2012

Nachdem der Urlaub vorbei ist, möchte ich zu einer Reise durch die Bewegungen der letzten Jahre und durch die Theoriegeschichte der zurückliegenden dreißig Jahre einladen:

Krise, Proteste, Strategien

Waren die Unruhen in den Banlieues in Frankreich, in Tottenham/England 2011 Vorboten einer aufständischen Epoche, die das Diktat aus Kapitalismus, Erschöpfung und Alternativlosigkeit aufzukündigen begann?
Zu Beginn der schwersten Krise des Kapitalismus nach dem Zweiten Weltkrieg war der Protest noch marginal. Das änderte sich 2011 gewaltig: Was jahrelang ein randständiges Dasein fristete, erfasste die Zentren der europäischen Metropolen. Der Widerwille, die Verhältnisse hinzunehmen, bewegt sich vom Rand in Richtung Zentrum.
In Spanien erobern Hunderttausende die Straße zurück, besetzen Plätze und geben den Nicht-Repräsentierten, den Namenlosen eine Stimme: los indignados. In den USA entstand eine ähnliche Bewegung, von occupy wallstreet bis occupy-oakland…
Bei aller Unterschiedlichkeit eint sie die Ablehnung aller politischen Parteien und aller (sozialpartnerschaftlicher) Gewerkschaften sowie die Suche nach neue Formen der Selbstbestimmung. Der Kritik an der Delegation von Macht folgen erste Ansätze direkter Demokratie: Die Einrichtung von Versammlungen, von horizontalen Strukturen.

Die erste Begeisterung, der Sommer des Ausnahmezustandes ist vorbei.

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Friede den Hütten – Krieg den Palästen – Ein Diskobeitrag

Diskobeitrag für die Jungle World vom 5. 4.2012

Friede den Hütten – Krieg den Palästen

Die Georg-Büchner-Initiative, eine Finanzzentrale in Frankfurt für einen Arbeitstag zu blockieren, liegt knapp zwei Jahre zurück. Nun wird ein neuer Anlauf gestartet, von guten Absichten zu wirksamen Taten zu kommen. Das ›M-31‹-Bündnis rief für den 31. März 2012 zu einer Demonstration in Frankfurt auf, die zur Baustelle der Europäischen Zentralbank/EZB führen sollte. Die ca. 5.000 TeilnehmerInnen erreichte die EZB-Bank nicht.

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Häuserkampf – DVD-Buch-Vorankündigungen

Zur Buchmesse im Herbst 2011 werden im Laika Verlag Hamburg zwei DVD-Bücher zur Geschichte des Häuserkampfes herauskommen.
Wenn alles klappt, genau richtig: Die HausbesetzerInnenbewegung West feiert ihr 30-jähriges Jubiläum, die HausbesetzerInnenbewegung Ost ihr 20-jähriges.
Beiden Büchern liegt eine DVD bei, auf der zahlreiche Filme und Videos dokumentiert sind.

Ein paar anstiftende Worte

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Gewalt – GegenGewalt – Militanz

In letzter Zeit wird an vielen Orten darüber diskutiert, wie der Protest weitergehen soll, wo er enden muss, mit welchen Mitteln, mit welcher Entschlossenheit man ihn führen will oder sollte. Es schwirren viele Begriffe herum, Gewaltfreiheit, ziviler Ungehorsam, Militanz.

Manchen macht diese Diskussion Angst, anderen Mut.  Manche halten die Diskussion für verfrüht oder gefährlich, andere für überfällig. Im Sinne letzterer ist dieser Beitrag geschrieben.

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Bewegungslehre

Bewegungslehre

Fesseln spürt, der sich bewegt…

Bewegungslehre heißt zu aller erst, dass wir nicht das ganz Andere, das Neue, der letzte Schrei sind. Bewegungslehre heißt, all die vielen , die vor uns waren, in Erinnerung zu behalten, in Erinnerung zu rufen. Bewegungslehre heißt, Geschichte nicht daran zu messen, ob ihre ProtagonistInnen gescheitert sind, sondern, ob sie uns wertvolle Erfahrungen mitgeben können. Bewegungslehre ist also immer auch so etwas wie ein kollektives Gedächtnis.


Dieser Beitrag wurde für antifaschistische Gruppen geschrieben und orientiert sich thematisch an den Ereignissen in Dresden 2010/11. Wenn diese Thesen Grundsätzliches in den Mittelpunkt stellen, sollten sie auf alle aktuelle Bewegungen übertragbar sein…

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Autonome – eine Spurensuche

Autonome tauchen immer dann in den Medien auf, wenn es alle anderen nicht gewesen sein sollen.
Autonome erkennen die Medien immer dann, wenn es nichts zu erkennen gibt.
Autonome waren es, wenn es um Randale und Ausschreitungen geht und kein Fußballspiel in der Nähe ist.
Autonome sind alle, die nicht friedlich von A nach B demonstrieren.
Autonome sind schlimmer als Krawallmacher und Hooligans. Letztere machen alles aus Langweile und Frust, erstere aus Leidenschaft, mit Plan.
Autonomen geht es nie um die Sache, um das konkrete Anliegen. Ihnen geht es ums Ganze, ums System.
Autonome tauchen aus dem Nichts auf, machen alles kaputt und verschwinden dann genauso schnell spurlos.
Neuerdings gibt es in den Medien ›Links-Autonome‹. Wer hat sie abgespalten, von was?
Autonome gibt es immer am 1. Mai in Berlin.
Gab es sie überhaupt? Gibt es sie noch? Sind sie ein Mediengespenst, das ab und an durch die politische Landschaft gescheucht wird?

AK Wantok hat sich auf die Spurensuche gemacht. Daraus ist ein 406 Seiten starkes Buch geworden: ›Perspektiven autonomer Politik‹, Unrast Verlag 2010.

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Die Geschichte der militanten Kämpfe – von A bis (R)Z – von 1968 – 2000

2001 brachten wir als Autonome L.U.P.U.S.-Gruppe das Buch

Die Hunde bellen … von A bis (R)Z – Eine Zeitreise durch die 68er Revolte und die militanten Kämpfe der 70er bis 90er Jahre

heraus. Nun ist die Auflage verkauft, das Buch im Antiquariat und noch nichts zuende.

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Unser Kiez,‭ ‬unser Stadtteil,‭ ‬unsere Stadt‭ ‬….‭ ‬unsere Steine‭?

Die HausbesetzerInnenbewegung‭ ‬›Ost‭‹‬ begeht ihr zwanzigjähriges Jubiläum,‭ ‬die HausbesetzerInnenbewegung‭ ‬›West‭‹‬ schaut auf dreißig Jahre zurück.‭ ‬Verträge laufen aus,‭ ‬unter neuen Vorzeichen tauchen alte Fragen auf:‭ ‬Verhandeln oder‭ (‬wieder)besetzen‭? ‬In öffentliches/genossenschaftliches Eigentum umwandeln oder kaufen‭? ‬Die alten Zeiten vergessen oder mit ihnen drohen‭? ‬Vieles steht erneut auf dem Spiel und Prüfstand:‭ ‬Was ist aus den alten Zielen,‭ ‬aus den alten Ideen geworden‭? ‬Wer hält an ihnen fest,‭ ‬wer verrät sie,‭ ‬wer bestimmt sie neu‭?

Hat der Häuserkampf der‭ ‬80er und‭ ‬90er Jahre nur ein paar Hundert Jugendlichen mit mittelklassigem Hintergrund billigen Wohnraum verschafft‭?

Wie viel Eigennutz ist noch politisch,‭ ‬wie viel kollektiver Eigennutz zwingend notwendig,‭ ‬damit das,‭ ‬was Antikapitalismus sein soll,‭ ‬konkret wird‭?

Was ist‭ ‬›unser‭‹‬ Kiez‭? ‬Wer gehört dazu,‭ ‬wer muss gehen und zwar subito‭?

Ist der Kiez die Nische,‭ ‬der Sozialstaat en miniature,‭ ‬den die Regierenden subventionieren sollen,‭ ‬damit sie‭ (‬und die Kapitalherren‭) ‬überall woanders das machen können,‭ ‬was wir in unserem‭ ‬›Kiez‭‹‬ nicht haben möchten‭?

Wie kämpft man gegen Gentrifizierung,‭ ‬wenn die Scouts dieser‭ ‬›Aufwertung‭‹‬ meist prekäres,‭ ‬kreatives Potenzial mitbringen‭ (‬das sie bei Erfolg in innovatives Kapital verwandeln‭)‬,‭ ‬also fast so sich wie die,‭ ‬die den Kiez verteidigen wollen:‭ ‬StudentInnen,‭ ‬KünstlerInnen,‭ ‬prekär Lebende,‭ ‬gewagt Selbstständige,‭ ‬Anti-Normalos‭…

Wenn die letzten‭ ‬30‭ ‬Jahre zeigen,‭ ‬dass Klagen,‭ ‬Appellieren und Protestieren nicht reichen,‭ ‬dann stellt sich die Frage,‭ ‬wie man dafür sorgt,‭ ‬dass das,‭ ‬was man nicht will auch nicht geschieht‭?
Die Aktionen zur De-Gentrifierung‭ (‬Verwüstung von Juppie-Läden,‭ ‬Edelrestaurants‭) ‬und De-Mobil-isierung‭ (‬Zerstörung von Luxuskarossen‭) ‬bringen nicht nur Betroffene und den Staatsschutz auf die Palme,‭ ‬sondern auch die‭ ‬›Szene‭‹‬.‭ ‬Liegt es an den‭ (‬gemachten‭) ‬Fehlern oder daran,‭ ‬dass diese Aktionen dazu zwingen,‭ ‬eine Grenze zwischen Luxus und‭ (‬gesellschaftlicher‭) ‬Notwendigkeit,‭ ‬zwischen politischem Bewusstsein und ökonomischer Lage zu ziehen,‭ ‬die abstrakte‭ (‬antikapitalistische‭) ‬Bekenntnisse in Teufels Küche bringen‭?

Im Rahmen der Berliner Veranstaltungsreihe “Geschichte wird gemacht -Woche der Widerspenstigen” findet am

Donnerstag, den 15. September 2011 um 20 Uhr  im Südblock, Berlin-Kreuzberg

eine Veranstaltung statt, die diesen kniffligen Fragen nachgehen wird.

Referenten:
Andrej Holm‭ (‬Berlin‭) ‬und Wolf Wetzel‭ (‬Frankfurt‭)
Autoren der DVD-Bücher:‭ ‬›Wir wollen alles‭‹‬ -‭ ‬Häuserkampf von‭ ‬1970‭ ‬-‭ ‬1985‭ (‬Band I‭) ‬und‭ ‬›Besetzen lohnt sich‭ ‬– bleiben auch‭‹‬ -‭ ‬Häuser-‭ ‬und Stadtkämpfe von‭ ‬1989‭ ‬-‭ ‬heute‭ (‬Band II‭)‬,
Laika Verlag,‭ ‬Hamburg‭ ‬2011

Die Häuserkampfbewegung Bd.I

Das gesamte Veranstaltungsprogramm findet ihr hier:

30-Jahre-Veranstaltungskalender-2011


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