Buchbesprechung von Stattweb

Güde, Fritz:
Buchbesprechung: Wolf Wetzel – Tödliche Schüsse. Eine dokumentarische Erzählung der Kämpfe um die STARTBAHN WEST
News-Beitrag auf stattweb.de vom 15.April 2009

Bald dreißig Jahre seit der Räumung des Hüttendorfs im Stadtwald Frankfurt. Und wie vergessen das alles! Nachdem der Stadtrat in Kelsterbach immer noch geneigt scheint, den Stadtwald zu verkaufen, trotz Bürgerbegehren, scheint der letzte Widerstand gebrochen gegen weitere Blähung des Flughafens in die verbliebenen Grüngebiete hinein. Gebrochen alle Versprechungen von damals.

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Nachfragen

Report vor Ort

Fesseln spürt, der sich bewegt…

von Ingo Frost/blogs.taz.de

Dienstagabend in den Frankfurter Naxos-Hallen: Eine kleine Delegation des Waldcamps besucht eine Veranstaltung über die Startbahn-West-Proteste. Wolf Wetzel liest aus seinem kürzlich erschienenen Buch „Tödliche Schüsse“. Danach stellt Thomas Carlé seinen Dokumentarfilm “Fesseln spürt wer sich bewegt” (BRD 1982/ 60 Minuten) vor. Das Kino ist fast voll. Man duzt sich und viele der Besucher waren selbst bei den Protesten dabei. Erinnerungen werden durch die szenische Lesung und den Film geweckt. Selbst ich erkenne einige Personen wieder: Schwarz-Weiß-Bilder zeigen Klaus den Geiger, der vor einigen Tagen im Camp war. Er spielte auch vor den Ausbaugegnern in den 80er Jahren.

Im Film sieht man die Aufnahmen, die eigentlich keiner sehen möchte: Friedliche Demonstranten mit klaren Forderungen (zum Beispiel soll der Ausgang des Volksbegehrens abgewartet werden) und auf der anderen Seite Ketten mit hunderten Polizisten, erst starr und stumm wie eine Mauer, dann Wasserwerfer, Pfefferspray, Prügel mit dem Schlagstock und schließlich die Räumung des Hüttendorfs.

„Das war die Strategie der Polizei“, erklärt Thomas Carlé. Sie habe darin bestanden, durch besonders aggressives Vorgehen den Konsens der Bewegung zum friedlichen Protest zu brechen und somit die Gruppe zu spalten. Das führte dazu, dass Teile der Bewegung sich radikalisierten.

Hatte nicht auch Herr Bouffier im Blick auf das jetzige Camp vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen gewarnt? Ein Spaltungsversuch nach dem alten Muster?

Selbst an diesem Abend fragt laut Veranstalter die Polizei an, wer für die Vorführung und Lesung verantwortlich sei. Während der Filmbesprechung vor den Hallen fährt ganz unauffällig ein Polizeiwagen auf den Hinterhof der Naxos-Hallen.

Ich nehme ein interessantes Fazit von Thomas Carlé mit: Er sagt im Rückblick auf die Geschehnisse in den 80er Jahren: „Wenn der Protest ein Stadium erreicht, bei dem man hinter einem Polizisten keinen Menschen mehr sieht, hat man selbst verloren.“ Dann hat man sich instrumentalisieren lassen und sieht seinen Gegner nicht mehr so, wie man erwartet selbst gesehen zu werden, nämlich in erster Linie als Mensch.«

blogs.taz.de/reportvorort/2008/09/11/fesseln_spuert_wer_sich_bewegt/ vom 11.9.2008

Nachfragen:

Wer hat das 5. Polizeirevier in Frankfurt damit beauftragt, beim Veranstalter ›nachzufragen‹? Was geht es die Polizei an, wer für die Vorführung und Lesung verantwortlich ist? Gibt es irgend einen rechtlich relevanten Grund, dem Veranstalter damit zu drohen, die Veranstaltung ›zu beenden‹, wenn es zu ›Straftaten‹ kommt? Mit welchen nachprüfbaren ›Hinweisen‹  sollten die Veranstalter eingeschüchtert werden?

Tödliche Schüsse – Eine kurze Besprechung

Tödliche Schüsse

Von Julia Groth

Tödliche Schüsse (Unrast) klingt nicht nur nach einem Krimi, sondern ist auch fast einer. Allerdings mit realem Hintergrund. Wolf Wetzel zeichnet in diesem Buch spannend und sehr dicht am damaligen Geschehen den Protest gegen den Bau der Startbahn West am Flughafen Frankfurt am Main nach. Dessen trauriger Höhepunkt war eine Aktion im November 1987, bei der zwei Polizeibeamte erschossen wurden. Basierend auf 15 Interviews mit damaligen ProtestlerInnen liest sich das Buch, obwohl ein Zeitdokument über die autonome Szene im Frankfurt der Achtzigerjahre, wie ein Roman. Nur die gelegentlich eingeschobenen Songtexte wirken etwas prätentiös.

Quelle: Philtrat – StudentInnenmagazin aus Köln

Ausbaugegner machen sich Mut – FNP

Kelsterbach. „Auch wenn wir nicht verhindern konnten, dass die Startbahn West gebaut wurde, so haben wir doch lang anhaltende Auswirkungen erreicht“, sagte Wolf Wetzel zum Abschluss seiner Lesung bei den Waldbesetzern. Der Aktivist der 1980er Jahre, wie er sich selbst bezeichnet, las im Kelsterbacher Wald aus seinem Buch „Die tödlichen Schüsse an der Startbahn West“.

Die mit Spannung verfolgten Passagen und Bilddokumentationen mündeten in eine angeregt geführte Diskussion mit abschließender Kampfansage an die Fraport AG. „Das Umfeld wartet auf ein Signal. Und wenn wir nur als Sand im Getriebe erreichen, dass der Flughafenausbau wieder ein paar Jahre verzögert wird, haben wir schon viel geschafft“, sagte ein Mitstreiter. Die Verzögerung könnte zudem wegen verschiedener sich schnell ändernder Gegebenheiten sogar ein Überdenken der Notwendigkeit des Ausbaues nach sich ziehen.

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Richtigstellung “Kein Antideutscher”

Ich bitte Sie, in Ihrer nächsten Ausgabe (des Freitags-Anzeigers) folgende Richtigstellung zu machen:

In Ihrer Ausgabe vom 5.2.2009 unter dem Titel “Mit der Stadt fällt der Widerstand – Über 600 Demonstranten protestierten in der Innenstadt gegen den Waldverkauf” haben Sie über mich folgende Aussage getroffen: “Zu Wort kamen auch … Wolf Wetzel, Antideutscher, Ausbaugegner und für die meisten Kelsterbacher kein Begriff. Er prangerte die Presse an, die sich in den letzten dreißig Jahren nicht gegen den Ausbau des Flughafens gewendet hätte.”

Diese Ausführungen sind in zwei wichtigen Punkten falsch:
1. Ich bin kein “Antideutscher”, sondern seit den 80er Jahren im Startbahnwiderstand aktiv gewesen und habe als Autor des Buches “Tödliche Schüsse”  (Geschichte der Startbahnbewegung) mehrmals mit Lesungen das Waldcamp unterstützt.
2. In meinem Redebeitrag habe ich namentlich genannte Zeitungen dafür kritistert, dass sie seit über 30 Jahren mit keinem Wort erwähnen, dass der Ausbau des Frankfurter Flughafens mit einer Serie an Wortbrüchen einhergeht.

Tatsächlich wurde dann in der nächste Ausgabe Entwarnung gegeben – wobei ich nicht weiß, ob die Kelsterbacher BürgerInnen die Gefahr zuvor richtig gefühlt, gespürt, erkannt haben …

Antideutscher-No

Buchbesprechung

Buchbesprechung

»Am 02.11.1987, dem sechsten Jahrestag der Hüttendorfräumung, sterben an der Startbahn West zwei Polizisten. Zu diesem Zeitpunkt findet eine Aktion von etwa 400 Startbahngegnern statt. Es ist eine Zeit, die bestimmt ist von einschneidenden Ereignissen wie die erwähnte Hüttendorfräumung 1981, aber auch den Tod von Günther Sare unter einem Wasserwerfer der Polizei 1985 oder den Protesten gegen Alkem/Nukem in Hanau 1986.
Der Autor beleuchtet die Ereignisse vor der Aktion an der Startbahn als auch die Zeit nach den tödlichen Schüssen. Aufgrund von 15 geführten Interviews werden die Geschehnisse dargestellt. Die Art und Weise dieser Darstellung ist eine szenische dokumentarische Erzählung, die den Leser an und durch die Schauplätze des Widerstandes gegen die Startbahn West führt.
Hauptteil des Buches ist die Demonstration in der Nacht, in der die tödlichen Schüsse auf die Beamten abgegeben werden. Doch auch die bereits erwähnten Ereignisse werden kurz beleuchtet, so dass man auch ein Bild der Zeit bekommt.
Der Autor hält sich an die Fakten bzw. an die Interviews, beschönigt oder romantisiert nichts und stellt so in nüchterner Sichtweise die Ereignisse an der Startbahn West nach.«

Forum im Netz

http://forum.schreiben-im-netz.de/thread.php?threadid=891

Polizist zog seine Pistole

Polizist zog seine Pistole

Nach Campräumung: Ausbaugegner besetzten Haus am Flughafen von Frankfurt/Main. Beamte prügeln auf »Clownsarmee« ein

Von Gitta Düperthal/Junge Welt vom 23.2.2009

»Der Widerstand geht weiter«, hieß es bei einer Demonstration am Samstag nachmittag im Kelsterbacher Wald. Das war auch ernstgemeint: Nachdem die Polizei am Mittwoch das Camp der Umweltaktivisten geräumt hatte, besetzten Demonstranten parallel zur Kundgebung ein leerstehendes Haus in der Flughafenstraße – auf dem Gelände, auf dem die Fraport AG, die Betreibergesellschaft des Airports von Frankfurt/Main, die Nordwestlandebahn bauen will.
Dabei setzten die Startbahngegner auf Ablenkung und Überraschung: Während rund 250 Demonstranten die Polizei im Wald mit einer Latschdemo und Faschingsversen ablenkten, ging es am anderen Ende der Stadt Kelsterbach zur Sache: Fünf Aktivisten erkletterten das Dach des Hauses und stellten so die Polizei vor eine zunächst unlösbare Aufgabe. Eine sofortige Räumung war ihr nicht möglich, weil keine Spezialeinheit verfügbar war. »Wir nehmen nicht hin, daß weiterhin Bannwald für ein derart klimafeindliches Projekt fällt«, begründete eine Aktivistin die symbolische Hausbesetzung. Auf einem auf dem Hausdach angebrachten Transparent war zu lesen: »Lebensqualität durchsetzen«.
Rund 60 Unterstützer, die zuvor im Wald demonstriert hatten, fuhren per Autokorso vor das Haus, das bis zum späten Abend besetzt blieb. Allerdings hielt sich die gute Stimmung dort nicht lange, weil die Polizei brutal gegen Demonstranten vorging. Selbst auf die »Clownsarmee« sei mit Schlagstöcken eingeprügelt worden, beklagte sich ein Aktivist. Einer der Clowns sei zu Boden geworfen und in die Rippen geschlagen worden. Einen Stelzenläufer habe die Polizei von den Stelzen gestoßen. Mehrere Zeugen berichteten, der Fahrer des Polizeiwagens mit dem Kennzeichen WI-HP 17 habe einen Clown mit einer Pistole bedroht, als er mit dem Finger in das staubige Blech des Polizeiautos ein Peace-Zeichen malen wollte. Auf die Frage des Clowns, ob er ihn umbringen wolle, habe der Polizist geantwortet, er werde dies seinen Kindern zuliebe tun. Diese Szene seien vom polizeilichen Dokumentationsdienst zunächst mit der Videokamera aufgezeichnet, dann aber gelöscht worden, sagte Sascha Friebe von der IG Ökoflughafen.
Um die Besetzung beenden zu können, habe die Polizei dann die Straße gesperrt, einen Hubwagen angefordert und »Kommunikatoren« hochgeschickt, berichtete Wolf Wetzel, der vor Jahren auch schon beim Protest gegen den Bau der Startbahn West dabei war. Die Besetzer seien aber gegen 21 Uhr wegen der Kälte freiwillig vom Dach herabgestiegen.
Im Wald waren am Samstag unterdessen seltsame Begebenheiten zu beobachten. Das ehemalige Camp der Umweltaktivisten wurde mit zweifachen Gittern umzogen, auf denen Nato-Drahtrollen angebracht sind. Dahinter hatten sich einträchtig die Mitarbeiter des von der Fraport angeheuerten Security-Dienstes Kötter sowie Polizeikräfte postiert – »ein Private-Public-Gemeinschaftsprojekt«, wie Wetzel sarkastisch anmerkte. Auch staunten Demonstranten darüber, daß der Flughafenkonzern seinen Überwachungswahn, trotz Kritik von Medien und Datenschützern nicht etwa abstellt, sondern vielmehr rechtfertigt: Schilder mit dem Symbol einer Videokamera wurden auf dem Gelände aufgestellt.

Rezension Junge Welt

Startbahn West


Wolf Wetzel hat eine »dokumentarische Erzählung« über den

Widerstand gegen die Erweiterung des Rhein/Main-Flughafens in den 80er Jahren geschrieben


Von Ramona Sinclair

Am 2. November 1987 wurden bei einem Polizeieinsatz gegen Demonstranten, die gegen eine Erweiterung des Frankfurter Flughafens Rhein/Main (Startbahn West) protestierten, neun Beamte durch Pistolenschüsse verletzt; zwei von ihnen starben. Bei einer nachfolgenden Razzia wurde die Tatwaffe bei einem bekannten Atomkraftgegner sichergestellt. Wie später festgestellt wurde, war sie ein Jahr zuvor bei einer Anti-AKW-Demonstration einem Zivilfahnder der Polizei abgenommen worden.


Diskreditierung

Die Schüsse an der Startbahn West bildeten eine einschneidende Zäsur in der Geschichte der radikalen Linken der alten Bundesrepublik. Hatte es bis dahin meist ein Miteinander friedlicher und militanter Protestformen, ein Zusammenwirken von Bürgerinitiativen und autonomen Gruppen gegeben, kam es nun im Ergebnis der polizeilichen Maßnahmen und der parallel laufenden Medienkampagnen zur Entsolidarisierung; zahlreiche Aktivisten der Anti-AKW- und Anti-Startbahn-Bewegung beendeten ihr Engagement. Die Anti-Startbahn-Proteste brachen zusammen; der gemäßigte Flügel der Ökologiebewegung ging auf Distanz zu den militanten Gruppen. Deren medial höchst einseitig dargestellte Aktionen werden gegenwärtig erneut dazu benutzt, die Legitimität des Widerstandes gegen die herrschenden Verhältnisse zu diskreditieren. Die Brutalität der Polizeieinsätze gegen überwiegend friedliche Demonstranten wird nicht mehr thematisiert.

Wolf Wetzel war selbst an zahlreichen Aktionen der radikalen Linken im Raum Frankfurt/Main beteiligt. Mit seinem Buch »Tödliche Schüsse« (ein Vorabdruck erschien in junge Welt) verfolgt er erklärterweise das Ziel, der medial einseitigen Darstellung der damaligen Ereignisse die Sicht der damals Beteiligten entgegenzusetzen. Wetzel hat dazu die noch vorhandenen linken Archive durchforscht, umfängliche Presserecherchen betrieben und mit zahlreichen ehemaligen Mitkämpfern gesprochen. Das Ergebnis ist eine detaillierte Chronologie der Anti-Startbahn-Bewegung samt ihrer Vorgeschichte.

Mit dem Ziel, dem Buch einen dokumentarischen Charakter zu geben, stieß Wetzel, wie er selbst schreibt, an Grenzen: Mehrere im Zusammenhang mit den geschilderten Ereignissen begangene Straftaten sind juristisch noch nicht verjährt. Und Resultat des Buches sollte es keinesfalls sein, der politischen Justiz verwertbares Material zu liefern. Den mit dem Buch gefundenen Kompromiß nennt Wetzel »dokumentarische Erzählung«. Der im Buch enthaltenen Dokumentation ist ein umfänglicher belletristischer Teil zugeordnet, in dem tatsächlich stattgefundene Ereignisse aus der Sicht von unter Pseudonym agierenden – in Ausnahmefällen sogar fiktiven – Personen dargestellt werden.


Fehler und Diskussionen


Geschildert wird auch das Lebensgefühl dieser inzwischen weitgehend verschwundenen Widerstandskultur: Aufgrund offenkundiger Wahnsinnsentscheidungen von Politikern und Großkonzernen fühlten sich viele Menschen auch persönlich bedroht und begannen, sich in Gruppen und Bürgerinitiativen zu engagieren. Es war normal, sich die Nächte mittels aufreibender Diskussionen und Bündnisverhandlungen um die Ohren zu schlagen, an Demonstrationen und andere Protestaktionen teilzunehmen, die oft in Straßenschlachten mit der Polizei oder mit Neonazis endeten. Eine Minderheit dieser Politaktivisten beteiligte sich mittels Absägen von Strommasten auch an Sabotageakten gegen die Atomindustrie.

Darüber, daß die belletristischen Einschübe im Buch stellenweise etwas holprig geschrieben sind, sollte man hinwegsehen – Wetzel ist politischer Autor, kein Romancier. Die gewählte Form einer dokumentarischen Erzählung liefert dafür die in einer reinen Dokumentation kaum zu liefernden Einblicke in die Motivation der damaligen Anti-Startbahn-Aktivisten, sich auf eine Konfrontation mit der scheinbar allmächtigen Staatsmacht einzulassen.

Wetzel strebt nach eigener Aussage weder ein Glorifizierung noch eine nachträgliche Denunziation dieser Bewegung an. Er schreibt ganz offen: »Selbstverständlich macht auch die radikale Linke Fehler. Doch nicht diese Fehler markieren ihr Scheitern, sondern die Weigerung, darüber offen zu diskutieren.«

Daß Wetzels Buch reichlich Stoff für Diskussion bietet, dürfte nicht bestritten werden. Doch unverkennbar sind auch die Schwächen des Werkes: Die Frage bleibt auch weiterhin offen, wie es zu den Todesschüssen am 2. November 1987 kommen konnte. Die im Buch beschriebene Figur des »Anton«, die Züge des als Schützen verurteilten Andreas Eichler trägt, bleibt unscharf, seine Motivation weitgehend im dunkeln. Eichler selbst hat – wie Wetzel schreibt – jede Mitarbeit an dem Buch verweigert. Auch die von Wetzel beschriebene Verfilzung von Polizei, Geheimdiensten, Rechtsextremisten und Atommafia ist bisher nur durch wenige Fakten untersetzt. Bei seinen Recherchen zum Buch wurde Wetzel eine Einblicknahme in die betreffenden Polizeiakten verweigert: Die Sperrfrist betrage 30 Jahre und ein »öffentliches Interesse« für eine Ausnahmeregelung sei nicht erkennbar. Die Geschichte der Anti-Startbahn-Proteste ist mit Wetzels Buch also noch keineswegs zu Ende geschrieben.

Junge Welt vom 13.10.2008

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